Kommentar
Mehrmals hingucken lohnt

Zu 29 Euro musste das Telekom-Unternehmen Versatel nun letztlich an die Investoren abgeben. Ein Misserfolg also, möchte man auf den ersten Blick sagen. Ging doch die Preisspanne, zu der die rund 28,5 Mill. Aktien angeboten wurde, von 29 bis 36 Euro.

Ein Misserfolg war es auch auf den zweiten Blick, wollte doch das Management um den charismatischen Vorstandschef Peer Knauer netto mindestens 450 Mill. Euro erlösen, nun sind es bei 14 Mill. neuer Aktien 406 Mill. Euro, also knapp zehn Prozent weniger.

Wer noch einen dritten Blick wagt, der sieht jedoch, dass alles weitaus besser aussieht, als es die oberflächlichen ersten Indizien zeigen. Für die Summe von 450 Mill. Euro, die der Börsengang dem Unternehmen letztlich in die Kassen spülen sollte, wollte man ursprünglich bis zu 20 Mill. Aktien einsetzen. Ein Aktienpreis von 22,50 Euro wäre dafür herausgekommen. Statt 1,3 Mrd. Euro wäre Versatel an der Börse fast ein Viertel weniger wert gewesen.

Insofern ist das jetzt erreichte Ergebnis ein Erfolg, kein Misserfolg. Management und Banken kann man einzig vorhalten, dass sie, als sie nach einer Woche internationaler Roadshow bei Investoren die Preisspanne festlegten, von der guten Resonanz zu euphorisiert waren und deshalb zu hoch gegriffen haben.

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