Kommentar
Nächste Ausfahrt Yahoo

Wenn es noch irgendwelche Zweifel gegeben hat, wo die Zukunft des Werbemarktes liegt, dann hat sie Microsoft heute ausgeräumt. Die Zukunft liegt im Internet.
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HB DÜSSELDORF. Für rund sechs Milliarden Dollar und einen enormen Aufpreis von fast 85 Prozent auf den Schlusskurs vom Vortag übernimmt der Softwareriese den Online-Werbedienstleister aQuantive. Dagegen wirken die 3,1 Milliarden Dolllar, die Angstgegner Google gerade erst für den Konkurrenten Doubleclick auf den Tisch gelegt hat, auf einmal schon wie ein Schnäppchenangebot. Und geradezu geschenkt mutet der Kaufpreis von 649 Mill. Dollar an, den Werberiese WWP für den Onlinewerber 24/7 Media hinblättert, wie erst gestern bekannt wurde. Yahoo hatte sich sicherheitshalber zuvor noch schnell die verbliebenen 80 Prozent seines Hausdienstleisters Right Media einverleibt. In nur einem Monat wechselten die größten Werbenetze des Internets den Besitzer.

Das Geld für die mit Abstand größte Akquisition Microsofts ist mit Sicherheit erst einmal gut angelegt. Zumal es bei einer Liquidität von 35 Milliarden Dollar nicht die Frage ist, ob man für sechs Milliarden Dollar eine Firma kaufen sollte. Es ist nur die Frage, ob es die richtige ist.

Und gerade da hat Microsoft-Chef Steve Ballmer bislang nicht viel Geschick gezeigt. Auch wenn Microsoft heute sagt, man habe halt lange überlegen und suchen müssen, um die richtige Firma zu finden. Ob Doubleclick, AOL, MySpace oder Youtube – stets hat Redmond vor den großen Zahlen zurückgeschreckt. Selbst nachdem längst klar war, dass man das Internet Jahre lang unterschätzt hatte.

Der Endeffekt: Microsoft hatte zwar bis April laut Comscore die am besten besuchtesten Webseiten der Welt. Aber schon fast traditionell erzielt die höchsten Werbeeinnahmen im Web Google, der Mega-Konkurrent aus dem Silicon Valley. Im ersten Quartal 2007 waren es beeindruckende 1 Mrd. Dollar aus 2,5 Mrd. Dollar Nettoumsatz. Suche und Werbung sind also zwei wunderbare Generatoren für Cash Flow im Internet und zumindest die Suche ist bereits fest in der Hand von Google. Das darf im Online-Webemarkt nicht noch mal passieren, hat Ballmer offenbar richtig erkannt, koste es, was es wolle.

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