Kommentar
Nebelwerfer am Werk

Das traurige Schauspiel, das die Konzernführung von Airbus zurzeit aufführt, ist an Unprofessionalität kaum mehr zu überbieten. Seit Wochen hält sie die Arbeitnehmer hin und verweigert ihnen konkrete Informationen über ihre Zukunft, heizt aber zugleich mit nebulösen Andeutungen und nichts sagenden Ankündigungen die Spekulationen an.

Am Montag dann der vorläufige Höhepunkt dieser unsäglichen Informationspolitik: Noch morgens betonte ein Sprecher, es gebe keinen Termin für die Veröffentlichung des Sparprogramms, abends folgt die Mitteilung, dass sich die Konzernspitze geeinigt habe. Details aber sollen die Arbeitnehmervertreter erst zwei Tage später erhalten.

Auch wenn man Verständnis dafür hat, dass die Konzernführung in einem politischen Minenfeld agiert und deswegen nicht so frei entscheiden kann, wie sie vielleicht will – so beschädigt sie nicht nur das Vertrauensverhältnis zu den Arbeitnehmern, sondern auch das Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit.

Dabei geht leider unter, dass Airbus vor einer historischen Zäsur steht. Wenn der Konzern es wirklich schafft, das politisch verordnete Proporzdenken und damit unsinnige Doppelarbeiten zu überwinden, hat er die Chance, in Kürze dem Konkurrenten Boeing wieder auf Augenhöhe zu begegnen.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum
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