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Kommentar: Neue Töne bei der SPD

In jeder Krise liegt eine Chance – auch bei der SPD. Nach dem Führungschaos um Franz Müntefering sehnt sich die Partei nach Führungsstärke. Davon hat Matthias Platzeck profitiert und bei der Wahl zum SPD-Vorsitzenden ein Traumergebnis erzielt, das es seit Kurt Schuhmacher nicht mehr gab. Beim Konvent der SPD in Karlsruhe war deutlich spürbar: Nachdem die Amtszeiten der SPD-Chefs in den vergangenen Jahrzehnten immer kürzer wurden, wünschen sich die Sozialdemokraten jetzt dringend langjährige Kontinuität an ihrer Spitze – für den neuen SPD-Chef ein gutes Startsignal.

Der Aufstieg Platzecks ist auch für die Wirtschaft eine gute Nachricht. In seiner Antrittsrede setzte der Ostdeutsche neue Akzente, betonte die Notwendigkeit wirtschaftlicher Dynamik und konzentrierte sich auf die Themen Bildung und Familie. Tarifautonomie und staatliche Transfers für Arbeitslose und Rentner ließ der neue SPD-Chef hingegen unerwähnt. Das lässt auf einen Umbau des Sozialstaates weg von Vergangenheits- hin zu Zukunftsaufgaben hoffen.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel
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