Kommentar
Nichts als schöne bunte Kurven

Die deutsche Wirtschaft steht vordergründig ziemlich gut dar - davon profitiert vor allem der Bundesfinanzminister. Aber Schäuble muss aufpassen, denn sonst kann er sich bald in die Galerie seiner gescheiterten Vorgänger einreihen.
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Es war einmal ein Bundesfinanzminister, der erbte bei seinem Amtsantritt einen Etat mit Rekordneuverschuldung. Das müsse sich ändern, war sein Credo und so ließ er seine Beamten schöne Kurven aufmalen, die am Ende der mittelfristigen Finanzplanung einen Bundeshalt ohne neue Schulden auswiesen. Dieser Bundesfinanzminister hieß Hans Eichel, Peer Steinbrück und Wolfgang Schäuble.

Das Schicksal der ersten beiden ist bekannt: Die Konjunktur machte alle schönen Plänen zu Makulatur – und am Ende ihrer Amtszeit war das Loch im Bundeshaushalt größer als je zuvor.

Und Schäuble? Bislang profitiert der amtierende Bundesfinanzminister vor allem davon, dass die deutsche Wirtschaft vor Kraft nur so strotzten scheint: Die schwere Rezession 2008/2009 steckte Deutschland rasch weg und es folgten zwei Jahr mit rekordverdächtigem Wirtschaftswachstum von vier und 3,1 Prozent. Die Beschäftigung stieg auf Rekordniveau und weil Fachkräfte immer knapper werden, stiegen in vielen Unternehmen die Löhne deutlich.

Die Wirtschaft schreibt Rekordgewinne und die gesamtwirtschaftliche Lohnsumme ist heute gut 13 Prozent höher als bei Ende der Rezession vor drei Jahre. Infolge der hoher Beitrags- und Steuereinnahmen quellen die Kassen von Fiskus und Sozialversicherungen über; außerdem spart Deutschland Milliarden infolge des Rekordtiefs bei den Zinsen. Letztlich ohne Zutun der Regierung schrumpfen die Löcher in den öffentlichen Kassen zusammen.

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Schäubles Schweigen

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