Kommentar
Nordkoreas Versprechen macht noch keinen Frieden

Diese Entscheidung ist eine echte Überraschung. Mit einem Moratorium Nordkoreas für Atomtests und Uranreicherung hat so schnell keiner gerechnet. Doch noch ist unklar, welche Politik Machthaber Kim damit verfolgt.
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Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling - und ein vages Versprechen noch keinen Frieden auf der nordkoreanischen Halbinsel. Aber kaum jemand hatte damit gerechnet, dass die nordkoreanische Führung so schnell zu Zugeständnissen bereit ist. Das Moratorium für Atomtests und Urananreicherung lässt nun zweierlei Interpretationen zu.

Entweder sitzt der neue junge Führer Kim Jong Un fester im Sattel als es viele Experten vermuten und sein Entgegenkommen ist ein erstes Signal für einen Sinneswandel in Pjöngjang. Oder die Versorgungslage ist kurz vor dem 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung im April so prekär, dass die Führung in Nordkorea dringend die von den USA in Aussicht gestellte Nahrungsmittelhilfe benötigt, um der Bevölkerung wenigstens etwas bieten zu können.

Was tatsächlich zutrifft, werden die nächsten Monate erweisen. Dass Nordkoreas Atom-Unterhändler Ri Yong Ho schon kommende Woche in den USA eintrifft, um die Details einer möglichen Vereinbarung zu verhandeln, ist zumindest ein ermutigendes Zeichen. Aber die Skeptiker, die darauf verweisen, dass der "nordkoreanische Tanz" weitergehe, haben auch recht. Denn allzu häufig schon hat das Regime in seinem Großmachtswahn die USA und die Welt genarrt.

Inzwischen ist aber selbst der engste Freund Pjöngjangs von den andauernden Rochaden und Tricks im Nachbarland genervt. China hat schon mehrfach seinem Unmut über die nordkoreanische Uneinsichtigkeit Ausdruck verliehen. Auf wenig Verständnis stoßen in Peking auch die militärischen Provokationen Nordkoreas.

So mag es sein, dass China jetzt im Hintergrund darauf gedrungen hat, die Spannungen in Ostasien endgültig zu bereinigen. Immerhin befinden sich Nord- und Südkorea immer noch formal im Kriegszustand. Pjöngjangs wahre Motive werden aber erst dann transparenter, wenn es sich wieder mit den Verhandlungspartnern im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche an einen Tisch setzt und dem endlosen Katz-und-Maus-Spiel um sein Atomprogramm ein wirkliches Ende bereitet.

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