Kommentar
Opels Elektrorevolution ist erst einmal abgesagt

Opel hat die Auslieferung des Ampera gestoppt, bis die Brandursachen beim Volt gefunden sind. Das hätte Opel besser früher gemacht - im Interesse der gesamten Autobranche.
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DüsseldorfJetzt also doch. Nachdem Opel erst vor knapp zwei Wochen noch dementiert hatte, den Auslieferung des Elektroautos Ampera auszusetzen, haben die Rüsselsheimer nun genau das getan. Das war absehbar, schließlich wird das Schwestermodell Volt der US-Marke Chevrolet schon seit geraumer Zeit nicht mehr ausgeliefert - bis aufgeklärt ist, warum eines der Elektroautos und mehrere Batteriepacks in Flammen aufgegangen sind.

Mitten in der Markteinführung wegen möglicher Sicherheitsprobleme die Auslieferung eines neuen Autos stoppen zu müssen, ist ohne Frage der Worst Case für einen Autobauer, ganz besonders, wenn er Opel heißt. Die groß angelegte Werbekampagne für den Ampera sollte das traurige Image des permanent kriselnden Autobauers vergessen machen. Nun wird der Ampera regelrecht zum Synonym dafür, dass es bei Opel einfach nicht rund läuft, fast schon egal, was die Rüsselsheimer auch anfassen.

Hämisches Grinsen über die nächste Malaise made in Detroit wird in der Autobranche indes kaum aufkommen. Dafür ist das Thema viel zu ernst. Denn das drohende PR-Desaster um Volt und Ampera hat das Zeug zum Elektroauto-Killer. Selbst wenn noch niemand zu Schaden gekommen ist und sich am Ende herausstellen sollte, dass sich das Problem beherrschen lässt: ein ungutes Gefühl dürfte bei vielen Autofahrern bleiben und eh schon bestehende Vorbehalte gegen die neue Technologie bestärken. Brandgefährliche Fahrzeuge will niemand fahren.

Und deshalb sind Volt und Ampera die erste große Nagelprobe fürs Elektroauto. Wenn General Motors versagt, kann dies die gesamte Branche schädigen. Das ist keineswegs übertrieben. Stichwort: Renault/Nissan. Wie kein anderer Autobauer hat sich die französisch-japanische Allianz dem elektrifizierten Automobil verschrieben. Carlos Ghosn große milliardenschwere Wette hat mit der Causa Volt nun eine neue, bedrohliche Unbekannte bekommen. Welcher Käufer wird letztlich schon zwischen Chevrolet Volt und Nissan Leaf unterscheiden? Elektroauto ist Elektroauto - auch wenn es sich beim Volt im Grunde um einen Plug-in-Hybriden handelt. Die Technik ist zu neu, zu unbekannt als dass der normale Autofahrer technische Unterschiede und Feinheiten groß zur Kenntnis nehmen wird.

General Motors muss die Brandursache schnell finden, eliminieren und möglichst offen und transparent damit umgehen, um nicht unnötige Ängste zu wecken. In den USA ist das dem Autobauer bislang recht gut gelungen. In Deutschland nicht. Opel hätte den Ampera früher zurückhalten sollen.

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  • http://www.im-auto.de/autonews/5329.html

    Auch hier die Aufforderung, nächstens genauer zu recherchieren. Es gab keinen Auslieferungsstopp.

  • "Brandgefährliche Fahrzeuge will niemand fahren."

    Warum trauen sich dann noch jeden Tag millionen von Autofahren mit ihren "brandgefährlichen" Fahrzeugen auf die Strasse?

    "General Motors muss die Brandursache schnell finden, eliminieren und möglichst offen und transparent damit umgehen, um nicht unnötige Ängste zu wecken. In den USA ist das dem Autobauer bislang recht gut gelungen. In Deutschland nicht. Opel hätte den Ampera früher zurückhalten sollen."

    Wie hätte den das gehen sollen? Der Ampera wurde bisher ja noch gar nicht ausgeliefert. Wie kann man also die Auslieferung noch früher aussetzen als VOR der geplanten Auslieferung?

  • Na, das war doch abzusehen. Erst loben die Medien die Elektromobilität in den Himmel und nun wird die Technik und damit die gerade entstehende Branche in Frage gestellt. Elektromobilität ist notwendig für die Zukunft, wird sich aber nur durchsetzen, wenn der Kunde vertrauen entwickelt. Deshalb sollten die Medien ausgewogener und realistischer berichten. Die Brände sind erst mehrere Tag nach dem Crashtest aufgetreten und nur deshalb weil die Batterie nicht entladen wurde (was der Hersteller nach einem Unfall ausdrücklich empfiehlt).

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