Kommentar: Pofallas Wechsel ist gefährlich

Kommentar
Pofallas Wechsel ist gefährlich

Der Fall Pofalla zeigt die enge Bande zwischen dem Staatskonzern Deutsche Bahn und der Bundesregierung. Leidtragende sind die Kunden – sie müssen dafür die Zeche zahlen.
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Ronald Pofalla wechselt aus dem Kanzleramt in den Vorstand der Deutschen Bahn. Als Cheflobbyist soll er sich dort um die Beziehungen zur Politik kümmern. Der Staatskonzern Deutsche Bahn kann damit einen weiteren hochrangigen Politiker in seiner Konzernspitze begrüßen. Er wird damit noch politischer und noch weniger wirtschaftlich. Das ist eine schlechte Nachricht für die Kunden.

Der Kunde wünscht sich: Weniger Verspätungen, besseren Service und mehr Komfort. Der beste Weg, um das zu erreichen, lautet: mehr Wettbewerb. Erst der Druck durch starke Konkurrenz zwingt den Quasi-Monopolisten Deutsche Bahn zu Innovationen. Staatsnähe und ein Monopol verleiten hingegen zur Ignoranz der Kunden.

Die Personalie Pofalla geht leider in die falsche Richtung: Durch einen kurzen Draht zur Politik soll die Konkurrenz klein gehalten werden. Das ist gefährlich. Denn gerade bei der Bahn spielt der Staat eine sehr große Rolle. So befindet sich das mit Steuergeldern finanzierte Schienennetz komplett in Besitz der Deutschen Bahn. Diese Macht verleitet zum Missbrauch. Die Politik muss die kleinen Wettbewerber der Bahn schützen und auf Distanz zum Monopolisten gehen.

Der Fall Pofalla zeigt: Davon ist sie weit entfernt. Hier wird ein hervorragend vernetzter, ausrangierter Regierungspolitiker mit einem Vorstandsposten bei der Bahn versorgt. Die Zeche dafür zahlen die Bahnkunden.

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

Kommentare zu " Kommentar: Pofallas Wechsel ist gefährlich"

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  • Die Methode ist doch wirklich nicht neu!
    Diese Art von Altersversorgung haben wirklich schon viele und schon lange davor betrieben. Da gab es einmal eine Frau Dr. Monika W.-M. (ÖTV) die hatte ihre Wärmestube danach bei der Post.
    Dann Martin B. (FDP bzw. EU) bei Telefonica.
    Andere, die mir auf die Schnelle einfallen:
    Gerd Sch. (Gazprom),
    Joschka F. (war es nicht "Freude am Fahren"?)
    usw.usw.

  • @FRAgezeichen
    Merkel macht halt immer mehr Planwirtschaft.
    Diese Sache mit Pofalle zeigt das ganz deutlich
    Und auch das andere stimmt, was Sie sagen. Di CDU seit Merkel ist ein Dreckhaufen geworden

  • wiebitte
    Bingo. Leider haben Sie Recht. Genau so ist es.
    Und so war es auch 1933, die Deutschen haben aus der Geschichte leider nichts gelernt

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