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Kommentar: Pragmatisch

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Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, geht seinen Weg entschlossen weiter: Auch in diesem Jahr kürzt er die Entgelte, welche die etablierten Versorger von Konkurrenten für die Nutzung ihrer Netze verlangen dürfen, kräftig zusammen. Damit leistet Kurth einen wichtigen Beitrag zur Belebung des Wettbewerbs auf dem deutschen Energiemarkt – und macht gleichzeitig die EU-Pläne zur Entflechtung der Energiekonzerne überflüssig.

Die Bundesnetzagentur hat jetzt die ersten Bescheide – für drei der vier großen Übertragungsnetze – versandt und die Anträge der betroffenen Unternehmen RWE, Vattenfall und Energie Baden-Württemberg um bis zu 29 Prozent zusammen gestrichen. Sie gibt damit die Richtung für die anstehenden Verfahren, für das Übertragungsnetz von Eon und die Verteilnetze hunderter Regionalversorger, vor. Schon in der ersten Runde hatte Kurth die von den Versorgern geltend gemachten Netzkosten um drei auf 15 Mrd. Euro zusammen gekürzt.

Kurth hilft damit den neuen Wettbewerbern, die den angestammten Versorgern vor Ort Kunden abjagen wollen. In der Vergangenheit hatten sie den zu teuren und zu komplizierten Netzzugang als größtes Hindernis auf dem deutschen Markt bezeichnet. Und die Behörde kann auch schon erste Erfolge vorweisen: Im vergangenen Jahr wechselten so viele Kunden wie nie zuvor ihren Versorger, über eine Mill. wählten dabei einen der neuen Anbieter.

Chefregulierer Kurth geht dabei pragmatisch vor, sucht den Dialog mit der Branche und verzichtet auf populistische Äußerungen. Er liefert den Beweis, dass sich die verkrusteten Strukturen auf dem deutschen Energiemarkt durchaus aufbrechen lassen – auch ohne die von der EU-Kommission vorgeschlagene und politisch wie juristisch umstrittene Abtrenung der Netze.

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