Kommentar: Premiere/Arena
Abgeschaltet und aufgedreht

Georg Kofler hat in der Krise kühlen Kopf bewahrt und damit letztlich bewiesen: Es gibt nur Platz für einen Pay-TV-Anbieter in diesem Land, nämlich Premiere.
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Medienmenschen sind von Berufs wegen Optimisten. Georg Kofler mit seinem aufgedrehten Überoptimismus freilich ist ein Sonderfall, er kann einem damit bisweilen auf den Wecker fallen. Dennoch. Bereits kurz nach dem aussehenerregenden Deal, mit dem sich der aus dem Nichts aufgetauchte Rivale Arena die Bundesliga-Rechte sicherte, hatte der Premiere-Chef über das Szenario philosophiert, das nun de facto eingetreten ist: Er hat den längeren Atem, es gibt nur Platz für einen Pay-TV-Anbieter in diesem Land.

Natürlich hat der Verlust der Fußball-Rechte Premiere hart getroffen, andererseits hat Kofler in der Not Mut bewiesen und neue Vermarktungs- und Geschäftsmodelle erprobt. Er hat sich bewegt und gedreht und alles getan, um nur ja den einen Eindruck zu vermeiden: dass Premiere widerstandslos ins Abseits marschiert.

Sicher hat der erste deutsche Bezahlsender schemrzhafte Abo-Verluste zu verkraften gehabt, doch verglichen mit dem unternehmerischen Himmelsfahrtskommando Arena waren alle Winkelzüge des Fernseh-Pioniers aus Südtirol grundsolide Entscheidungen. Jetzt wird Arena abgeschaltet, eine Schande vor allem für die Leute, die wirklich gutes Fernsehen gemacht haben.

Kofler und Premiere aber dürften, selbst wenn sie die Lizenz für den Fußball ein Vermögen kosten wird, guten Zeiten entgegengehen. Unter einer Bedingung freilich: Georg Kofler muss auf dem Teppich bleiben.

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