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Kommentar: Reden, reden, reden

So sehr die iranische Führung in der Atomfrage auf Konfrontation setzt – Europäer wie Amerikaner sollten jede ihrer Handlung vom Ende her bedenken. Denn was soll das Ziel aller Bemühungen bleiben? Natürlich die Verhinderung der Fähigkeit, dass Teheran die Atombombe bauen kann. Doch wird dieses Ziel dadurch erreicht, indem Wirtschaftssanktionen – und nur von denen ist die Rede – verhängt werden?

Kaum. Schon erwartet das große Exportland Deutschland in diesem Jahr einen spürbaren Rückgang der Ausfuhren in den Iran. Nicht etwa, weil die Atomdebatte eskaliert. Sondern weil die höchst erratische Innenpolitik des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad bereits die iranische Volkswirtschaft und Verwaltung lahm legt. Ganz abgesehen davon, dass Ahmadinedschad Sanktionen nicht besonders beeindrucken: Die politische Disziplinierung, die von ihnen ausgehen kann, ist begrenzt. Auch wenn es deshalb unbefriedigend klingt: Man muss mit dem Iran reden – und hoffen, dass sich Ahmadinedschad bald selbst demontiert.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent
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