Kommentare

_

Kommentar: RIM kann sich keine Enttäuschungen mehr leisten

RIM setzt alles auf eine Karte: Die neuen Blackberry-Modelle sollen zu Heilsbringern werden. Doch die Anleger verlieren die Geduld. Nach der Präsentation der Handys in New York reagierte die Aktie mit einem Kurseinbruch.

New YorkSo sieht ein Desaster aus. Der bereits am Boden liegende Blackberry-Handyhersteller RIM stellt nach über einem Jahr endlich die Geräte vor, die den Konzern retten sollen, und die Aktie bricht um zwölf Prozent ein.

Anzeige

Dabei sind die Geräte gar nicht mal schlecht und die Präsentation am Mittwoch in New York war professionell und gut gemacht. Auch der Schachzug Pop-Queen Alicia Keys als Ex-Blackberry-Fan zu präsentieren, der nach Jahren auf Abwegen mit anderen Geräten wieder zu dem ehemaligen Statussymbol der Manager zurückkehrt, war geschickt. Ihre gut erzählte Story, dass sie im Fitnessstudio bei anderen Frauen Geräte mit „mehr Sex-Appeal“ gesehen und dann ausprobiert habe, kann jeder, der einst auf das Blackberry schwor, dann aber dem iPhone verfiel, nachvollziehen. Die Botschaft: Coole Frauen, die außerdem erfolgreiche Unternehmerinnen sind, kehren zu Blackberry zurück. Das Publikum in New York applaudierte an keiner Stelle lauter als nach dieser Story.

Notenbank-Korrespondent Rolf Benders
Notenbank-Korrespondent Rolf Benders

Doch dann die Enttäuschung: Erst im März wird es in wichtigen Märkten wie den USA eines der zwei Geräte wirklich zu kaufen geben. Das für echte Anhänger der Schwarzbeere einzig wahre, neue Blackberry, nämlich das mit der bekannten physischen Tastatur, wird man noch später in den Läden finden.

Das war zu viel für die Aktionäre, die bereits mehrere Verschiebungen bei dieser Produkteinführung hinnehmen mussten. Schließlich war in den vergangenen Wochen die Erwartung entstanden, die Geräten könnten bereits im Februar zur Verfügung stehen. Die Aktie ging auf Talfahrt.

Blackberry

Unter dem Strich waren die Erwartungen offenbar einfach zu hoch. Unabhängig von der tatsächlichen Qualität der Geräte muss man festhalten: Viele solche Enttäuschungen seiner rund 80 Millionen Fans kann sich RIM-Chef Thorsten Heins nicht mehr leisten. Denn solche Kurseinbrüche schädigen die angeschlagene Marke weiter immer weiter.

Was der Beginn einer Aufholjagd werden sollte, war zumindest zunächst einmal für die Aktionäre ein Fehlstart.

  • 01.02.2013, 11:51 Uhrminima

    Auf der deutschen Blackberry Z10-WEbsite bekommt man durch die ausschließlich barttragenden männlichen Models und Fokus auf Entertainment den Eindruck, als wolle Blackberry auf Konfrontationskurs mit Apple gehen... viel Glück. Ich halte es für einen fatalen strategischen Fehler, sich von dem "Business Image" zu entfernen.

  • 31.01.2013, 23:25 Uhrclaus.menke

    Die Aktie zieht wieder an, bis 12€!

  • 31.01.2013, 18:11 Uhrapol

    NASDAC-Daten: Zum 31.12.2012 waren ca. 137 Mio. RIM-Aktien leer verkauft. Es bestand ein massives Interesse, den Kurs zu drücken. Jeder winzige Angriffspunkt war willkommener Anlass für eine erneute "Short-Attacke" nach der Vorstellung von BlackBerry 10, wie nun die nicht von BB verschuldete Verzögerung des US-Verkaufsstarts. Solange sich ein Verkaufserfolg aber nich abzeichnen kann, ist die interessengeleitete negative Stimmungsmache nicht ohne Erfolgsaussichten, wie man akutell sehen kann. Bedauerlich auch, dass auch dieser Kommentar in diesen Chor einstimmt. Leider lassen sich zu viele halbinformierte Börsianer/Journalisten von so etwas beeindrucken.Dass die Geräte einige konkurrenzlose Features aufweisen und BB 10 schneller, sicher und besser durchdacht ist als iOS und Android, wird dabei ignoriert. Ich bin davon überzeugt, dass sehr viele private und professionelle Nutzer das Duopol von iPhone und Android satt haben und offen für Alternativen sind, wie sie nun BlackBerry in Kürze bieten wird.

  • Kommentare
Kommentar zu Hooligans: Falsche Freunde

Falsche Freunde

Die Schläger von Köln haben einen neuen Anlass zum Prügeln gefunden. Aber sie überhöhen ihn politisch – und geben sich als Beschützer vor den bösen Islamisten. Dass das durchaus ankommt, sollte uns alarmieren.

Nasa-Raketenunfall: Kein Platz für Raumfahrt-Nostalgie

Kein Platz für Raumfahrt-Nostalgie

Der Raketenunfall von Wallops Island ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die der Nasa ihre verstärkte Zusammenarbeit mit privaten Raumfahrtunternehmen vorhalten. Doch die Nasa-Strategie hat sich durchaus bewährt.

  • Kolumnen
Der Werber-Rat: Pflegeanleitung für Printprodukte

Pflegeanleitung für Printprodukte

Auf der Verleihung des Bayerischen Printmedienpreises wurde Print gefeiert. Anderswo wird schon der Abgesang angestimmt. Die Wahrheit liegt in der Mitte.

Der Werber-Rat: Beobachtung allein reicht nicht

Beobachtung allein reicht nicht

Erfolge sind selten durch reine Nachahmung reproduzierbar. Eigentlich eine schlichte Erkenntnis. Doch viele Werbeverantwortliche, die gerne erfolgreiche Kampagnen anderer Unternehmen kopieren würden, missachten sie.

Was vom Tage bleibt: Christen kämpfen, Erdogan schaut zu

Christen kämpfen, Erdogan schaut zu

Unser Handelsblatt-Reporter sammelt überraschende Einsichten rund um Kobane. Ferrari wird zur schnellen Aktie. Die Deutsche Bank steckt in der Sackgasse. Und eine Einladung zum Schluss – all das gibt's im Tagesbericht.

  • Gastbeiträge
Gastbeitrag zur Konjunkturabkühlung: „Dieser Irrsinn wird mit einem Knall enden“

„Dieser Irrsinn wird mit einem Knall enden“

Die Notenbanken erkaufen Zeit, Anleger lassen sich blenden und die Börsenkurse klettern auf Rekordstände, losgelöst von der Realwirtschaft. Die Folge ist klar, meinen die Ökonomen Friedrich und Weik. Und sie wird wehtun.

Merkels Haushaltspolitik unter Feuer: „Bundesregierung hat sich eingemauert“

„Bundesregierung hat sich eingemauert“

Die „Schwarze Null“ im Haushalt gilt der Regierung als ultimativer wirtschaftspolitischer Erfolg. Doch damit fehlt jeglicher Spielraum. Ein sicheres wirtschaftliches Fundament und das Ende der Euro-Krise sind wichtiger.

Kommunikation im Beruf: So laufen Karrierefrauen nicht gegen die Wand

So laufen Karrierefrauen nicht gegen die Wand

Männer kommunizieren – wie eine fremde Spezies – im Business-Kosmos anders als Frauen, die von klein auf auf Harmonie und Höflichkeit gepolt sind. Wie Sie das „Männisch“ verstehen und zu eigenen Zwecken nutzen können.

  • Presseschau
Presseschau: Angriff auf „Anshu's Army”

Angriff auf „Anshu's Army”

Kostspielige Skandale und Affären haben die Gewinne der Deutschen Bank ausradiert – vor allem im dritten Quartal. Die Wirtschaftspresse bezweifelt jedoch, dass die Rochade im Vorstand an der Malaise viel ändern kann.