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Kommentar: Rückkehr zur Normalität

Die Organisation Erdöl produzierender Länder (Opec) will ihre Überproduktion abbauen. Dies als solches ist eigentlich keine Nachricht, denn das Ölkartell kehrt damit lediglich zu seinen offiziellen Förderquoten von 27 Mill. Barrel zurück. Sie hätte es auch still und heimlich tun können.

Dass die Opec ihre Absicht dennoch ankündigt, kann als Signal verstanden werden. So wie das Kartell mit einer Erhöhung der Förderung reagierte, so reagiert es nun auf den zuletzt deutlichen Rückgang der Rohölpreise. Mit der Beibehaltung der - ebenfalls recht hohen - offiziellen Förderquote zeigt die Opec aber, dass sie die noch immer bestehenden Unsicherheiten am Markt durchaus zur Kenntnis nimmt.

Deutlich wird aber auch, dass die Opec versucht, wieder in ihre alte Rolle zu schlüpfen. Denn in der Vergangenheit galt sie mehr als einmal als ausgleichendes, stabilisierendes Organ auf den Energiemärkten. Die überschießende Spekulation im Sommer hatte die Ölförderländer jedoch in die Defensive gedrängt; ihr Einfluss war praktisch auf Null geschrumpft.

Für die jetzt beschlossene Rückführung der Förderung gibt es jedenfalls gute Gründe. Sie signalisiert zugleich die Rückkehr zur Normalität. Denn viele der Preis treibenden Faktoren haben an Kraft verloren oder sind gar völlig verschwunden. Dazu zählt beispielsweise die Ölproduktion am Golf von Mexiko, die nach mehreren Hurrikans massiv eingeschränkt worden war. Und auch Chinas Konjunktur verliert an Dynamik. Dies trägt zur Preisberuhigung bei Rohöl bei. Ein möglicher Wintereinbruch aber, der zuletzt mehrfach die Spekulation angeheizt hat, ist nichts Ungewöhnliches. Er rechtfertigt keine überhöhte Förderung. Was nun zählt, ist der Blick in die Zukunft. Dringend erforderlich ist nach wie vor der Aufbau zusätzlicher Kapazitätspuffer. Die recht hohen Einnahmen der Opec-Staaten sollten daher auch zur Schaffung neuer Kapazitäten und zur dringend notwendigen Verbesserung und/oder Erneuerung der Infrastruktur genutzt werden.

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