Kommentar: Runter mit den Fonds-Gebühren

Kommentar
Runter mit den Fonds-Gebühren

Private Anleger machen einen großen Bogen um Investmentfonds. Leicht verständliche und preiswerte Produkte könnten die Talfahrt beenden.
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Es läuft nicht rund in der Fondsbranche. Vor allem private Anleger haben offenbar die Nase voll von Investmentfonds. Knapp 17 Milliarden Euro zogen Anleger per Saldo 2011 ab aus den sogenannten Publikumsfonds, die vor allem für Private aufgelegt werden - der Branchenverband BVI berichtet damit über das zweitschlechteste Absatzjahr für diese Fonds überhaupt. Es wird daher höchste Zeit für die Branche, Konzepte zu finden, die sie wieder attraktiver machen.

Die Branche wärmt sich zwar noch an hohen Zuflüssen in Fonds für professionelle Investoren sowie an ihrem Vermögensbestand von 1,78 Billionen Euro. Doch die Abneigung der Privaten ist auf Dauer ungesund, zumal die Gebühren der Publikumsfonds etwa fünfmal so hoch sind wie die der Fonds für Profis.

Nach krassen Verlusten im Depot nach der Lehman-Pleite 2008 und einem verlorenen Aktienjahrzehnt seit Platzen der Internetblase haben viele Deutsche den Geschmack an Dividenden-Papieren ohnehin verloren. Doch 2011 litten fast alle wichtigen Fondsklassen unter Kapitalabflüssen in Milliardenhöhe.

Gründe dafür sind auch die oft nur schwachen Leistungen der Fonds - es ist nicht allein die Scheu vor dem Kapitalmarkt, die Branchenvertreter in den Vordergrund stellen. Die allermeisten aktiv gesteuerten Fonds schneiden nach wie vor schlechter als ihre Vergleichsindizes ab - das dürfte Anlegern besonders missfallen.

Wenig hilfreich ist es, wenn die Fondsanbieter immer neue, kompliziert klingende Produkte auf den Markt bringen. Dass viele zudem über die Qualität der Finanzberater murren, klingt dann eher wie ein Ablenkungsmanöver.

Selbst in der Branche mehren sich nun Stimmen, die einfache, verständliche Fonds fordern. Vor allem sollten aber die Gebühren sinken. Zwar redet die Branche stets vom Sparen wegen der schlechten Zeiten. Aber über Gebühren werde nicht diskutiert, hieß es gestern vollmundig. Genau das würde aber helfen, Vertrauen wiederherzustellen. Statt wie jetzt einen Anteil von bis zu zwei Prozent vom Anlegervermögen abzuzwacken, sollten feste Gebühren zugunsten erfolgsabhängiger gesenkt werden.

Erzielt ein Fondsmanager dann mehr Rendite als der Markt, schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe. Ein zufriedener Kunde gibt leichter einen Teil als Erfolgshonorar ab. Und der Geldmanager beweist seine Daseinsberechtigung gegenüber der zunehmenden Konkurrenz passiver, indexnachbildender Fonds, den sogenannten ETFs.

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  • Für Anleger die es preiswert wünschen und bereit sind auf einen persönlichen Kontakt zu verzichten die finden unter fonds-etf.de ein Angebot das es sonst nirgends gibt.

  • Im Einkauf liegt der Gewinn!
    Ausgabeaufschläge und Depotgebühren bezahlen informierte Anleger schon lage nicht mehr. Auch gibt es Vermittler, welche zusätzlich die Kickbackprovisionen erstatten. Einfach googeln "Kickback Rückerstattung". WIe gesagt: Im Einkauf liegt der Gewinn. Und warum soll man den Banken unnötig Provisionen bezahlen wenn es die gleichen Produkte anderweitig "umsonst" gibt?

  • Frau Rezmers Analyse scheint mir nicht den Kern des Problems zu treffen. So räumt sie einerseits ein, dass die Börsenkrisen des neuen Jahrhunderts die Deutschen skeptisch gegenüber Fonds gemacht haben, sieht aber doch das Hauptproblem in den hohen Gebühren. Dazu sei gesagt:
    Es sind nicht Fondsaufschlaggebühren von zwei Prozent, die den Anleger vom Fondserwerb abschrecken. Es ist die Angst vor einem Aktienmarkt, der sich, wie schon schon zu oft in den letzten 15 Jahren geschehen, aufs Neue dritteln oder gar fünftel und damit Ersparnisse radikal vernichten könnte, der die Menschen vom Fondserwerb abschreckt. Auch Staatsanleihen sind in der Eurokrise unter Rendite- und Sicherheitsgesichtspunkten nicht unbedingt der Brüller. Da schätzen die meisten eher schon flexible Tagesgeldanlagen, die sogar teilweise mit 2,5-3 Prozent verzinst werden. Auch der Vorschlag der Redakteurin, man möge die Gebühren variabel an die Performance eines Investmentfonds koppeln, erscheint mir problematisch.Zum einen dürfte die wirtschaftliche Kompetenz einer Investmentgesellschaft durch solch variable Gebühren ja nicht zunehmen, weswegen dieser Vorschlag kaum höhere Fondsrendite für den Anleger verheißt. Zum anderen besteht sogar die Gefahr, dass so mancher Jungspunt unter den Fondsmanagern durch eine solche erfolgsabhängige Fondsgebühr dazu getrieben wird unkalkulierbare Investmentrisiken einzugehen. Darüber hinaus ist schwer vorstellbar, dass -jenseits der Lippenbekenntnisse- die Banken wirklich zu einer von der Redakteurin vorgeschlagenen Senkung der Fondsgebühren bereit sind. Diese Damen und Herren wollen ja nach wie vor kräftig verdienen.

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