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Kommentar: Sackgasse PSA

Was machen die Holländer und die Dänen eigentlich anders als wir? Sie haben es mit ihren Jobcentern geschafft, viele Arbeitslose in Lohn und Brot zu bringen.

Was machen die Holländer und die Dänen eigentlich anders als wir? Sie haben es mit ihren Jobcentern geschafft, viele Arbeitslose in Lohn und Brot zu bringen. Unsere Personal-Service-Agenturen (PSA) können solche Erfolge bislang nicht vorweisen. Die Deutsche Telekom und die Deutsche Bahn scheitern kläglich mit dem Versuch, mit Hilfe einer PSA überflüssige Mitarbeiter anderswo auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen. Den vom Staat angeheuerten PSA geht es genauso: Von rund 6 000 Arbeitslosen in ihrer Verantwortung haben sie erst knapp 120 in einen Job vermittelt.

Eine Ursache für diese magere Bilanz ist natürlich die miese Konjunktur. Die Wirtschaft wächst hier zu Lande seit Jahren schwächer als in unseren beiden Nachbarstaaten, und das wirkt sich negativ auf die Beschäftigung aus. Wo kaum neue Arbeitsplätze entstehen, können die PSA auch nur wenige vermitteln. Damit allein ist der Misserfolg der PSA aber nicht entschuldigt. Der Verdacht liegt nahe, dass nicht alle deutschen Arbeitsvermittler so professionell arbeiten wie ihre dänischen Kollegen und dass nicht alle deutschen Erwerbslosen so engagiert nach einem Job suchen wie ihre holländischen Schicksalsgenossen. Versteckte Arbeitslose wie die bis ans Lebensende abgesicherten Beamten bei Bahn oder Telekom haben das ja auch gar nicht nötig. Sozialhilfeempfänger, die nebenbei schwarzarbeiten, möglicherweise auch nicht.

Im Prinzip sind PSA eine sinnvolle Einrichtung – das haben Holländer und Dänen bewiesen. In Deutschland haben die seit Mai arbeitenden Agenturen ihre Probezeit noch nicht überstanden. Man kann nur hoffen, dass sich die PSA nicht irgendwann als steuerfinanzierter Langzeitparkplatz für Arbeitslose entpuppen. rut

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