Kommentar: Scharfe Gegensätze

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Kommentar: Scharfe Gegensätze

Wie passt das zusammen? Auf der einen Seite dringen fast jeden Tag neue Details des Korruptionsskandals von Siemens an die Öffentlichkeit. Ermittler nehmen jede Ecke des Konzerns unter die Lupe, Dutzende Manager mussten bereits ihren Hut nehmen. Auf der anderen Seite laufen die Geschäfte des Münchener Traditionsunternehmens aber glänzend.
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Wie passt das zusammen? Auf der einen Seite dringen fast jeden Tag neue Details des Korruptionsskandals von Siemens an die Öffentlichkeit. Ermittler nehmen jede Ecke des Konzerns unter die Lupe, Dutzende Manager mussten bereits ihren Hut nehmen. Auf der anderen Seite laufen die Geschäfte des Münchener Traditionsunternehmens aber glänzend.

Die Antwort ist einfach: In vielen Branchen kommen die Kunden an Siemens einfach nicht vorbei, Schmiergeldaffäre hin oder her. Deutschlands bekanntester Technologiekonzern ist in vielen Gebieten tätig, in denen es nur wenige große Wettbewerber gibt. Sei es das Kraftwerksgeschäft oder die Bahntechnik, die Medizinsparte oder die Industrieautomatisierung, auf Siemens als Zulieferer können viele Unternehmen nicht verzichten. Dies beweisen die Quartalszahlen, die Siemens heute Morgen vorgelegt hat. So ist der Auftragseingang im abgelaufenen Quartal um neun Prozent geklettert.

Trotzdem ist es wichtig, dass Siemens die Aufarbeitung des Skandals weiter entschlossen vorantreibt. Nicht genug, dass die internen Ermittlungen im vergangenen Quartal 127 Mill. Euro gekostet haben. Die Affäre hält das Management auch von der eigentlichen Arbeit ab. Und nicht nur das: Viele Mitarbeiter sind tief verunsichert durch die immer neuen Enthüllungen.

Erst wenn die Affäre voll aufgeklärt ist, wird sich Siemens wieder ganz auf das Geschäft konzentrieren können. Einstweilen läuft es gut. Aber es könnte noch besser sein.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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