Kommentar
„Schlagt die Börse, wo ihr könnt!“

Der Streit um die Gebühren für den Deutschen Aktienindex (Dax) zwischen der Börse und der Commerzbank ist im Grunde ein lächerlich wirkender Nebenkriegsschauplatz. Worum geht es? Die Deutsche Börse entwickelt Börsenindizes wie den Dax. Die Bankenbranche entwickelt ihrerseits basierend auf den Kapitalmarktbarometern Zertifikate und Optionsscheine. Diese Produkte, mit denen Anleger für kleines Geld mit großer Gewinnchance zocken, boomen seit Jahren und spülen der Branche viel Geld in die Kassen. Eine perfekte Win-Win-Situation – wie man auf Neudeutsch sagen würde – für die Banken und die Börse. Sollte man meinen.

Es ist müßig darüber zu streiten, ob die letzte Gebührenumstellung der Börse zu höheren oder niedrigeren Kosten bei den Banken geführt hat. Beide Seiten vertreten mit Verve die ihnen genehme Position.

Man kann den Eindruck nicht loswerden, dass es um etwas völlig anderes geht. Die Deutsche Börse ist ein Monopolbetrieb und den Banken ist deren Allmacht bei der Gebührenfestsetzung in aller Bereichen ein Dorn im Auge. Im Gefühl dieser Ohnmacht haben die Geldinstitute in den Dax-Gebühren eine solche Abgabe gefunden, die sie für rechtlich angreifbar halten. Die Commerzbank ficht diesen Streit nun stellvertretend für die Branche aus. „Schlagt die Börse, wo ihr könnt!“, so scheint das Motto zu lauten.

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