Kommentar
Schmerzhaftes Eingeständnis

Siemens-Chef Peter Löscher macht ernst: Seinen vagen Ankündigungen zu einem Sparprogramm folgt nun ein konkreter und drastischer Einschnitt. Der ist zugleich ein Eingeständnis des eigenen unternehmerischen Scheiterns.
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Manche haben Siemens-Chef Peter Löscher vorgeworfen, bei der Vorstellung seines Sparprogramms vorletzte Woche zu vage geblieben zu sein. Doch nun zeigt der Österreicher mit dem Ausstieg aus der Solarenergie, dass es ihm ernst ist mit den angekündigten harten Einschnitten.
Der nun verkündete Schritt ist zunächst einmal das schmerzhafte Eingeständnis des eigenen unternehmerischen Scheiterns. Zwar sind die Solar-Aktivitäten ein vergleichsweise kleiner Bereich. Doch Löscher hat Siemens zum „grünen Infrastrukturgiganten“ erklärt. Die erneuerbaren Energien spielen bei dieser Strategie eine Schlüsselrolle.

Im Solargeschäft machte Siemens gleich mehrere Fehler. Zum einen setzte Löscher mit dem Kauf der israelischen Solel auf die Solarthermie. Durch den Preisverfall in der Photovoltaik ist die Nachfrage nach den großen Thermie-Anlagen aber viel kleiner als gedacht. Durch die unsichere politische Lage in Nordafrika kommt auch das Desertec-Projekt, das in der Region große Solarthermie-Kraftwerke bauen will, langsamer voran. Und schlussendlich war auch Solel ein schlechteres Unternehmen als gedacht. Die 284 Millionen Euro Kaufpreis waren überhöht, versprochene Projekte realisierten sich nicht.

Für die übrigen Siemens-Aktivitäten ist der Ausstieg aus den Solaraktivitäten ein Warnsignal. Dauerhafte Verlustbringer, lautet Löschers Botschaft nach innen, haben künftig keine Zukunft im Konzern mehr. Mag das Geschäftsfeld auch noch so zukunftsträchtig erscheinen.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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  • In erster Linie ist es ein Eingeständnis von Löschers Kurzatmigkeit und Hasenfuss-Gesinnung.

    Das die Photovoltaik auf die Jahrzehnte gesehen ein lukrativer, sich stets weiter entwickelnder Massenmarkt darstellen wird, der natürlich auch seine Marktführer haben wird ist doch wohl klar - aber der Löscher denkt offensichtlich nicht in 'Nr.1'-Genen, geschweige denn in nachhaltiger, konsequenter Markteroberung.

    Der größte deutsche Industrie-Konzern hätte LOCKER die Finanzkraft, nachhaltig über Jahre hier vorzuhalten - um später zu ernten.

    Aber die Führung traut sich NIX, jedes Rendite-Zehntele ist wichtiger.

    Peinliche Abwärtspirale, echt wahr.

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