Kommentar
Schmerzliche Entscheidung

Mit 3000 Euro Entschädigung wird Kindsmörder Magnus Gäfgen für in der Haft erlittene Repressalien entschädigt. So schmerzlich das Urteil auch ist: Es ist ein Gewinn für den Rechtsstaat.
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So weh es tut: Die Entscheidung der Richter, dem Kindsmörder Magnus Gäfgen Entschädigung zuzusprechen, ist konsequent. Als Gäfgen vernommen wurde und ihm jene Polizisten, die den Aufenthaltsort des von ihm entführten Bankierssohns wissen wollten, Folter androhten, war Gäfgen nichts weiter als ein Verdächtiger. Er stand noch nicht vor dem Richter und er war schon gar kein verurteilter Mörder. Für ihn musste die Unschuldsvermutung gelten. Deswegen ist die Androhung von Folter alles andere als eine gerechtfertigte Vorgehensweise der Polizisten gewesen - so verständlich sie auch gewesen ist.

Niemand hätte sich über die Entschädigungs-Forderung eines Verdächtigen aufgeregt, der am Ende doch unschuldig gewesen wäre. Dem Landgericht in Frankfurt blieb folglich nicht viel anderes übrig, als Gäfgen eine Entschädigung zuzusprechen, die mit einer Höhe von 3000 Euro auch eher Symbolwert hat. Letztlich haben die Richter damit unser Rechtssystem gestärkt, das ohne Ansehen der Person jedem seine Rechte und Pflichten auferlegt.

Auf einem anderen Blatt steht, wie das Verhalten eines Mörders zu bewerten ist, der dieses Rechtssystem für seine Zwecke ausnutzt. Schnell wird klar: Dieser Mann geht über Leichen. Er bereut nichts. Da wo er sitzt, sitzt er richtig.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Kommentar: Schmerzliche Entscheidung"

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  • Ein fulminanter Sieg des Rechtsstaates und grandioser Ausdruck seiner Überlegenheit. Recht und Rache sind zum Glück in unserer Rechtsordnung getrennt. Erschreckend sind vor allem die Kommentare, die hier zu lesen sind. Das geht inhaltlich nicht sehr viel tiefer als Kommentare zu Verbrechen gegen die Revolution oder die Volksgemeinschaft. Die Kommentare sind ein Lehrstück dafür, wie dünn die Kruste des Rechtstaates wird, wenn man sich als Rächer eines Kindes zu produzieren glauben kann. Ein wenig habe ich das Wort "Steinigung" vermisst. Gäfgen ist ein Arschloch, so what ?

  • Der ARtikel ist völlig daneben.
    Der Auto scheint der jungen stramm linken Gutmenschen-Generatin anzugehören
    Kinder hat er offenbar auch nicht, denn dann würde er so einen Müll nicht schreiben.
    Das Wort Rechtsstaat ist in diesem Zusammenhang ad absurdum geführt worden

  • nach gesetz bleibt auch fehlerhafte "erste hilfe" garantiert straffrei (entgegen unterlassener hilfeleistung). warum erkennt niemand, dass die art und weise der polizei, das leben des jungen opfers retten zu wollen einer solchen ersten hilfeleistung zuzuordnen ist?

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