Kommentar
Schröder als Lafontaine

Deutschland braucht Neuwahlen, weil Rot-Grün tatsächlich mit jedem Tag regierungsunfähiger wird. Wenn es noch eines Beweises für diese Behauptung bedurft hätte, dann haben ihn die Koalitionsspitzen in den letzten Tagen geliefert. Dass der Bundeskanzler den Weg frei macht, ist also gut. Aber muss man den Schritt Gerhard Schröders deshalb zur „patriotischen Tat“ stilisieren, wie es die „Zeit“ heute in ihrem Leitartikel tut?

Das Gegenteil ist wahr: Wollte sich der Bundeskanzler wenigstens in seinem Abgang als Staatsmann mit Verantwortungsgefühl erweisen, dann wäre er am Tag nach der NRW-Wahl zurückgetreten. Stattdessen versuchte der politische Spieler, der Schröder immer war, eine allerletzte Partie. Ihr Ausgang wird aber ganz anders sein, als der Bundeskanzler hoffte: Schröder scheitert nicht nur selbst, sondern treibt seine Partei in die schlimmste Niederlage ihrer Nachkriegsgeschichte. Letztlich macht Schröder „den Lafontaine“: Er schmeist die Brocken hin, ohne Rücksicht auf Verfassung und politische Langzeitfolgen.

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