Kommentar
Schröders großer Irrtum

Am Tag nach der verheerenden Europa-Wahl und dem Desaster in Thüringen gibt sich Gerhard Schröder unbeirrbar: Der Kanzler will nach eigenen Worten nicht von seinem Kurs abrücken. Die Agenda 2010 gilt.

Dahinter verbirgt sich die letzte Hoffnung des Kanzlers: Vielleicht kommt die Wirtschaft bis zur Bundestagswahl 2006 doch noch so stark auf Touren, dass Schröder dann als Vater des Aufschwungs vor die Wähler treten kann. Alle anderen Wahlen vorher gibt die SPD-Führung praktisch schon jetzt verloren. Auch die rote Basis Nordrhein-Westfalen, wo im nächsten Jahr Landtagswahlen anstehen.

Doch dieses Kalkül könnte sich gleich doppelt als großer Irrtum erweisen: Wenn sich die Kette der Wahlniederlagen fortsetzt, wird die SPD auch vor dem Kanzlersturz nicht zurückschrecken. Fraglich also, ob Schröder bis 2006 überhaupt durchhalten kann. Und selbst wenn: Ohne weitere Reformen wird die Wirtschaft nicht so stark anspringen, dass die Arbeitslosigkeit spürbar fällt. Für eine neue Agenda aber fehlt Schröder schlicht die Kraft.

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