Kommentar
Sergio Marchionne ist noch lange kein Superstar

Fiat und Chrysler, das sieht aus wie die große Erfolgsgeschichte der Autoindustrie. Konzernchef Marchionne hat aus den beiden einst notleidenden Autobauern zwei gewinnbringende Unternehmen gemacht. Aber das Bild trügt.
  • 10

Zahlen lügen nicht. Und geht es rein nach den Zahlen, dann sind Fiat und Chrysler zwei profitable Autobauer, dann ist Sergio Marchionne der große Superstar und Heilsbringer der Autobranche, zu dem ihn das US-Wirtschaftsmagazin Fortune bereits gekürt hat.

Und ja, wenn ein verlustreicher US-Autobauer wie Chrysler es endlich wieder im vergangenen Jahr mit einem Nettogewinn von 139 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen schafft, dann ist das auch tatsächlich eine Leistung, die die einstigen Eigentümer Daimler und Cerberus nicht hinbekommen haben. Marchionne schon.

Und ja, wenn Fiat und Chrysler im vierten Quartal einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Aufwendungen in Höhe von 765 Millionen Euro ausweisen und damit die Erwartungen von Analysten übertreffen, dann ist auch das ein schöner Erfolg.

Alles schön und gut. Aber das Haus ist damit allerdings - anders als Marchionne es bei der Bilanzvorlage sagt - noch lange nicht in Ordnung. Ein erstes Indiz dafür ist die herabgesenkte Umsatzprognose fürs laufende Jahr von 85 auf 75 Milliarden Euro.

Während Chrysler nämlich in Amerika gute Geschäfte macht, sieht das für Fiat in Europa ganz anders aus. Der europäische Automarkt ächzt größtenteils unter den Auswirkungen der staatlichen Schuldenkrise. Fiat trifft dies etwa auf dem heimischen Markt in Italien aber auch in Spanien besonders hart. Erschwerend kommt dazu: In Europa gehört Fiat mit einem Marktanteil von 6,9 Prozent keineswegs zu den größten Playern, der VW-Konzern etwa kommt auf gut 23 Prozent, General Motors laut der Herstellervereinigung Acea mit all seinen Marken immerhin auf 8,7 Prozent.

Seite 1:

Sergio Marchionne ist noch lange kein Superstar

Seite 2:

Fiat hängt von Chrysler ab

Kommentare zu " Kommentar: Sergio Marchionne ist noch lange kein Superstar"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Eine ganz Interessante Geschichte ist der VW Amarok, der jetzt von Fiat gebaut und verkauft wird....

  • Wer will einen billigen Alfa als Dodge Dart kaufen? Ebensowenig niemand, wie einen Chrysler als Lancia Thema oder Voyager. Gottseidank verkauft Chrysler in den USA noch richtige Autos und nicht italienische Zwitter, die am Markt, respektive am Kundeninteresse vorbei gehen. Chrysler verkauft so gut wie seit Jahren nicht mehr, aber nur in Amerika. Fiat verkauft so schlecht, wie noch nie, überall. Schade, hat der ex-UBS-Banker Marchionne noch nicht gemerkt, was die Kunden wollen, sonst würde er dem Trend der Zeit folgen und nicht billige Autos in billiger Qualität mit falschen Aufklebern anbieten, sondern Autos für Erwachsene, für Männer.

  • Wie auch VW nutz Fiat ein Plattformen System, dass sowohl für den Dart aul auch für den neun Panda, im Grunde genommem nicht mal gleich geblieben ist.
    Die Plattform des Giulietta (C-wide) wurde z.B. breiter und länger für den Dart. Ebenso wurde die Plattform (C-small) des alten Panda erst für den 500 verändert, um jetz in breit und länge für den neun Pand verändert.
    Der VW -Konzern macht seit Jahren das gleiche! VW-Derivate wie Audi,Seat,Skoda,Lamborgini,Porsche basieren oft nicht nur auf einge wenige identische Plattform sie teilen auch auch viele wesentliche Bauteile miteinander. Komisch nur dass die deutsche Presse bei Erscheinen neuer Fahrzeugen der VW Gruppe, niemals die gleiche strenge Maßstäbe anlegt. Da gilt z.B. eine evolution des Polo als komplett neu entwickletes Fahrzeug, obwohl die Plattform hierfür genauso nur eine Weiterentwicklung(verbesserte) der alten Version ist.
    Alle Autoherstelle lassen vorherige Entwicklungen in ihre Fahrzeuge einfließen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%