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Kommentar: Sieg des Seelenretters

Newt Gingrich hat die Vorwahlen in South Carolina gewonnen. Für viele Menschen ist er die Wahl ihres Herzens – Mitt Romney aber beherrscht die Langstrecke und bleibt der Top-Favorit. Ein Kommentar.

Markus Ziener, Washington-Korrespondent des Handelsblattes. Quelle: Stephen Voss
Markus Ziener, Washington-Korrespondent des Handelsblattes. Quelle: Stephen Voss

Es ist die Seele der republikanischen Partei, die sich in South Carolina Luft gemacht hat. Eine Seele, die sich nach einem Konservativen sehnt, den sie nicht nur respektieren, sondern den sie lieben kann. Und genau das ist gestern passiert: Die Republikaner in dem Südstaat haben sich mit ganzem Herzen für einen Politiker entschieden, der ihr Gefühl erreicht: Für Newt Gingrich.

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Der Sieg von Gringrich, dem ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses ist einerseits eine Sensation, weil der schon unvermeidlich erscheinende Favorit Mitt Romney damit erst einmal abgefangen ist. Gleichzeitig aber sagt der Sieg von Gingrich noch nicht all zu viel darüber aus, wer am Ende tatsächlich die Nase vorn haben wird. Denn zum einen hat Gingrich dort gewonnen, wo er eine Kernwählerschaft hat – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bundesstaat Georgia, den er viele Jahre im Kongress vertreten hat. Zum anderen liegen auf der Langstrecke die Vorteile unstrittig bei Mitt Romney: Weil der das Geld hat, das Team, die Disziplin und weiterhin bei einer Mehrheit der Republikaner als jener gilt, der Obama am ehesten im November schlagen kann. 

Doch egal, wie das Rennen am Ende ausgeht: Deutlicher als mit dem Wahlergebnis in South Carolina hätte nicht ausgedrückt werden können, was dieser republikanischen Partei derzeit fehlt: Die einheitliche Überzeugung, wohin die Reise der Konservativen in Amerika gehen soll. Denn die Republikaner sind nicht eine Partei, sondern mindestens drei: Da gibt es das alte republikanische Establishment eines Ronald Reagan und George H.W. Bush, die relativ neue Strömung der fundamentalistischen Teparty und die Sozialkonservativen, die von vielen Evangelikalen getragen werden.

Nur: Keinem der vier im Rennen verbliebenen Kandidaten gelingt bislang der Brückenschlag. Deshalb so viele unterschiedliche Sieger, deshalb eine so hohe Volatilität. Die republikanischen Wähler dieses Jahres sind Suchende, die jeden Strohhalm ergreifen, der sich ihnen bietet. Und in South Carolina wurde diese Hoffnung durch Newt Gingrich verkörpert.

Wenn Gingrich eine Chance auf das schier Unmögliche haben sollte, auf die Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat, dann muss er seine große Stärke ausspielen können: Seine Schlagkraft und Erfahrung in den öffentlichen Fernsehdebatten. Ihnen vor allem hat Gingrich – von der Finanzkraft im Vergleich zu Romney ein Zwerg - seinen Höhenflug zu verdanken. Vor dem nächsten Urnengang in Florida am 31. Januar hat er noch zweimal Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu beweisen.

  • 22.01.2012, 19:11 UhrAnonymer Benutzer: Adenauer

    Was für eine schwache Berichterstattung ohne Zahlen.

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