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Kommentar: Sky kann es packen

Der Pay-TV-Konzern von Rupert Murdoch kann doch noch zu einer Erfolgsgeschichte werden. Die Chancen für dauerhaft schwarze Zahlen stehen nicht schlecht. Doch über den Berg ist der Bezahlsender noch lange nicht.

Handelsblatt-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar ist Medienexperte.
Handelsblatt-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar ist Medienexperte.

Es war kein Zufall, dass Chase Carey, rechte Hand des Medien-Tycoons Rupert Murdoch, neulich der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bei ihrem Frankfurter Neujahrsempfang seine Aufwartung machte. Der ruhelose Geschäftsführer des amerikanischen Medienriesen News Corp. flog extra einen Umweg, um die hiesigen Profi-Fußballklubs zu umgarnen. Carey, im Nebenjob Aufsichtsratschef des Unterföhringer Pay-TV-Konzerns, weiß: Das Schicksal seines deutschen Bezahlsenders steht und fällt mit den Medienrechten der Bundesliga. Da lohnt sich auch der körperliche Einsatz.

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Am nächsten Donnerstag stellt die DFL nun endlich die einzelnen Rechtepakete für den Bieterwettbewerb vor. Dafür stehen die Bewerber schon seit Monaten Schlange. Während der Fußball für Interessenten wie Deutsche Telekom, Google oder Yahoo kaum mehr als ein Marketinginstrument ist, geht es für Sky um alles oder nichts. Denn die News-Corp.-Tochter will erstmals in ihrer langen, unheilvollen Geschichte aus den roten Zahlen kommen. Ohne die Live-Rechte an der Bundesliga wäre dieses Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sky braucht die Medienrechte, koste es, was es wolle.

Die Chancen, dass Sky beim Rechtepoker wieder zum Zug kommt, stehen besser denn je. Denn der Unterföhringer Konzern erhält von seiner New Yorker Konzernmutter weitere 300 Millionen Euro. Damit ist Sky für die Auktion um die Medienrechte finanziell gut gerüstet und kann bis an die Schmerzgrenze gehen. Hinzu kommt, dass auch die Klubs ein starkes Interesse am unternehmerischen Erfolg ihres Hauptfinanziers haben. Sky zahlt der DFL rund 250 Millionen Euro pro Spielzeit. Bei der Vergabe der Rechte ab der Spielzeit 2013/14 ist sicher noch Luft nach oben. Das wissen die Klubs zu schätzen.

TV-Sender

Die Chancen, dass aus dem vor 22 Jahren von Leo Kirch gegründeten Bezahlfernsehen doch noch eine Erfolgsgeschichte wird, standen noch nie so gut wie heute. Seit dem Einstieg der News Corp. Anfang 2008 haben die Amerikaner einen richtigen Schritt nach dem anderen gemacht. Nach einer finanziellen Restrukturierung haben sie in exklusive Programminhalte investiert, innovative Angebote wie die Einführung eines Festplattenreceivers oder von TV-Angeboten für das iPhone oder iPad geschaffen und den früher so miesen Kundenservice erheblich verbessert. Das war nicht billig. Die stolze Summe von weit über einer Milliarde Euro hat die News Corp. bislang in Sky investiert. Doch das Geld scheint sich allmählich auszuzahlen.

Denn das Vertrauen von Kunden und Investoren in den Bezahlsender wächst. Erstmals unter Murdoch haben die Unterföhringer bei der Zahl der Abonnenten die psychologisch wichtige Schwelle von drei Millionen überschritten. Kein Wunder, dass in der vergangenen Woche der Aktienkurs des Verlustbringers um 43 Prozent stieg. Damit katapultierte sich der Konzern an der Spitze aller Dax- und MDax-Werte.

Sky ist noch lange nicht über den Berg. Der Sender ist auf weiten Strecken noch eine Baustelle. Doch Sky hat angesichts steigender Abo-Zahlen und der höheren Umsätze pro Kunde nun die realistische Chance, sein Versprechen zu erfüllen, nämlich im nächsten Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen. Das wäre ein sehr wichtiger Etappensieg.

Der Autor ist Medienexperte des Handelsblatts.

  • 06.02.2012, 09:47 UhrAnonymer Benutzer: Mollemopp

    "Der Autor ist Medienexperte des Handelsblatts"

    Naja, das heißt nicht dass er dann etwas vom Geschäft versteht. Sky wird ewig so weiter rumkrebsen. Da muss man sich nichts vormachen. Der Autor hat hier selbst die Gründe genannt. Nur liegt es nicht in seinem Expertentum, die Gründe sachlich anzuwenden. Sky braucht die Bundesligarechte "koste es, was es wolle". Unter dieser Voraussetzung wird der Preis Jahr für Jahr ins Unermessliche steigen. Übrigens, die angesetzten 3 Mio Abos, die Sky verkaufen muss, damit sie rentabel sind, sind doch ein alter Hut. Den Spruch servieren sie nun schon seit 10 Jahren. Damals noch als Premiere. Ist bestimmt zur Bankenberuhigung ausreichend. Durch steigende Kosten in allen Bereichen sowie inflationsbedingt müsste Sky sicherlich schon 5 Mio Abos bringen, damit der Laden Plus Minus 0 rauskommt. Aber man kann ja trotzdem ein paar positive Nachrichten streuen. Hilft vielleicht der Aktie. Wenn auch nur kurzzeitig.

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