Kommentar
Solidarität mit Israel

Die Bilder in den Fernsehnachrichten bestimmen unser Bewusstsein: Haften bleiben in diesen Tagen die Berichte über israelische Bomben auf Beirut, über Flüchtlinge und Hunderte von Toten im Libanon. Die Leiden der dortigen Zivilbevölkerung übertreffen die Opfer der Raketenangriffe in Israel um ein Vielfaches. Deshalb reagieren viele in Deutschland spontan mit vielfältigen Forderungen an Israel: vor allem, sich zu mäßigen und die Kämpfe einzustellen. Diese Stimmung wächst, je mehr Bilder wir sehen. Aber sie darf nicht eine nüchterne Analyse des Krieges ersetzen.

Wir dürfen nicht vergessen: Dieser Konflikt geht einzig und allein auf das Konto der Hisbollah, die ihn mit der Entführung israelischer Soldaten provoziert hat. Ihre terroristischen Kampfeinheiten beschießen aus ihren Stellungen in libanesischen Wohnvierteln wahllos israelische Städte mit Raketen. Sie verstecken sich damit feige hinter dem Schutzschild der eigenen Bevölkerung – und tragen damit selbst die Hauptverantwortung für die israelischen Gegenschläge und die hohe Zahl der Zivilopfer im Libanon. Israel verteidigt im Norden eine international anerkannte Grenze und stützt sich auf eine Resolution der Vereinten Nationen, die seit langem die Entwaffnung der Hisbollah verlangt. Die israelischen Soldaten führen damit im Sinne des Völkerrechts einen berechtigten Selbstverteidigungskrieg zum Schutz der eigenen Bevölkerung.

Die Lage an der Nordgrenze unterscheidet sich mit einem Wort fundamental von dem Konflikt mit den Palästinensern im Gaza-Streifen. Wenn es um die besetzten Gebiete geht, haben sich die deutschen Regierungen in den letzten Jahren bei aller besonderen Verantwortung für Israel stets auch um einen Ausgleich mit den Palästinensern bemüht. Im Konflikt mit der Hisbollah kann es keine vergleichbare Haltung geben. Israel hat in diesem Konflikt Anspruch auf unsere ungeteilte Solidarität. Natürlich schließt diese Haltung das Recht ein, trotzdem Kritik an einzelnen Aktionen zu üben.

Falsch wäre es jedoch in dieser Situation, internationalen Druck gegen Israel aufzubauen. Die israelische Armee führt in diesen Tagen einen Krieg, der möglicherweise einen viel schlimmeren Krieg in der Zukunft verhindern hilft. Nur wenn es der israelischen Armee gelingt, das Angriffspotenzial der Hisbollah weitestgehend zu zerschlagen, sendet sie ein starkes Signal an Syrien und Iran. Die beiden Hauptsponsoren der Hisbollah proben an der israelischen Nordgrenze, völlig gefahrlos für sich selbst, ihre eigenen Raketenangriffe auf Israel. Je vernichtender die militärische Niederlage der Hisbollah ausfällt, umso vorsichtiger werden die beiden Hauptsponsoren des Terrorismus vorgehen. Israel kann sich durch den Kampf im Südlibanon also ein paar Jahre Zeit erkaufen, die es nutzen sollte, um doch noch eine Lösung für das Palästinenser-Problem zu finden.

Das israelische Fernsehen zeigt in diesen Tagen ganz andere Bilder als unsere Sender. Zum Beispiel von den beiden Brüdern aus Nazareth, drei und neun Jahre alt, getötet von einer Katjuscha der Hisbollah. Und dennoch herrscht seltene Einmütigkeit in Israel, dass der Krieg weitergeführt werden muss, bis er sein wichtigstes Ziel erreicht hat.

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