Kommentar Spaniens Milliardengrab für Steuergelder

Die spanische Bankenaufsicht steht nach der Verstaatlichung von BFA und Bankia im Brennpunkt. Das Vertrauen der internationalen Märkte dürfte angesichts des Falls der Bankengruppe weiter schwinden.
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Die Autorin ist Korrespondentin in Madrid. Quelle: Pablo Castagnola

Die Autorin ist Korrespondentin in Madrid.

(Foto: Pablo Castagnola)

Noch in seiner Rücktrittserklärung als Chef der jetzt verstaatlichten Banco Financiero y de Ahorros (BFA) sowie der Tochterbank Bankia am Montag rühmte Rodrigo Rato den „Erfolg der größten Finanzintegration in Spanien“. Auch für den „größten Börsengang des Jahres 2011 im internationalen Finanzsystem“ lobte Rato sich selbst.

Tatsächlich sind BFA und Bankia vor allem das größte Milliardengrab für Steuergelder und Ersparnisse im spanischen Finanzsystem. Der Fall der Bankengruppe wirft ein denkbar schlechtes Licht auf die spanische Finanzpolitik und Bankenaufsicht und dürfte das Vertrauen der internationalen Märkte und der spanischen Bankkunden auch in künftige Sanierungsmaßnahmen untergraben.

BFA entstand 2010 aus der Fusion von sieben spanischen Cajas, darunter die Großsparkassen Caja Madrid und Bancaja. Damals wie heute galt bei Regierung und Notenbank die Devise: je größer desto besser. Der Bankenrettungsfonds FROB wurde gegründet, um Fusionen insbesondere unter den maroden Cajas zu finanzieren.

Eigentlich sollten dabei natürlich solche Sparkassen, die sich besonders schwer mit problematischen Immobilienkrediten beladen hatten, bei solideren Cajas unterkriechen, was auch in einigen Fällen gut funktionierte. Die marodesten Cajas wurden direkt unter staatliche Fittiche genommen, saniert und verkauft.

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