Kommentar
Sportmarken in Olympia-Kur

Durch Rabattschlachten, Gerichtsklagen und arglistige Konkurrenten sind die Sportartikelfirmen geschwächt. Während der Olympischen Spiele können sie sich ausnahmsweise auf den Sport konzentrieren - doch Probleme bleiben.
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Die alten Griechen haben sich gerne und ausdauernd die Köpfe eingeschlagen. Nur zu den Olympischen Spielen, da hatten sie stets einen Waffenstillstand vereinbart. Gekämpft wurde für einige Monate nur noch im Stadion.

So ähnlich ist es auch in diesen Tagen mit den Sportkonzernen. Die rangeln das ganze Jahr über verbissen um die Gunst der Kunden. Da wird geklagt, da werden Rabatte gegeben, da werden Spitzensportler gegenseitig abgeworben. Zu Olympia allerdings setzen die Unternehmen ganz auf die Macht der schönen TV-Bilder aus den Arenen in London.

Wenn Usain Bolt etwa über 100 Meter seine Goldmedaille holt, dann schlägt das Herz von Puma-Chef Franz Koch höher. Denn die Marke mit dem Raubtier-Logo ist Ausrüster des Ausnahmeathleten. Gestern waren die Fotos mit dem Puma-Trikot des Jamaikaners in allen Zeitungen prominent platziert.

Aber so wenig, wie der Friede im antiken Griechenland über die Spiele hinaus gehalten hat, so wenig werden sich die Chefs von Nike, Adidas oder Asics nach London in den Armen liegen. Denn dann gilt es, das von Olympia ausgelöste gute Image des Sports in Umsätze umzuwandeln.

Das allerdings wird derzeit immer schwieriger. Zwar ist es richtig, dass langfristig alles für ein kräftiges Wachstum der Industrie spricht. Schließlich wird die Bevölkerung in den Industriestaaten älter. Viele Leute wissen, dass sie nur mit Sport gesund bleiben und ihr Leben als Rentner genießen können. Kurzfristig allerdings verzichten viele Menschen wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit erst einmal auf eine neue Sportausrüstung. Schon in den vergangenen Monaten sind die Anbieter ihre Ware vielfach nur zu deutlichen Preisnachlässen losgeworden. Das hat sich in den Quartalszahlen vieler Anbieter gezeigt.

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