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Kommentar: Startprobleme bei Basel II

Nach jahrelangen Vorarbeiten droht Basel II auf der Zielgeraden eine weitere Verschiebung. Anfang 2007 als Starttermin der neuen Eigenkapitalregeln für Banken wird sich kaum noch halten lassen.

Nach jahrelangen Vorarbeiten droht Basel II auf der Zielgeraden eine weitere Verschiebung. Anfang 2007 als Starttermin der neuen Eigenkapitalregeln für Banken wird sich kaum noch halten lassen. So jedenfalls lassen sich die jüngsten Äußerungen des Chefs des Baseler Ausschusses, Jaime Caruana, und Wim Duisenbergs interpretieren. Dass die deutsche Finanzwelt weiterhin auf einen planmäßigen Start pocht, wird daran wohl wenig ändern.

Rein ökonomisch wäre eine Verschiebung etwa um ein Jahr kein Problem. Denn die derzeitigen Vorschriften (Basel I) haben sich in der Vergangenheit bewährt. Im weltweiten Finanzsystem würden keine gravierenden Schwierigkeiten auftreten, wenn sie noch etwas länger gültig wären. Grundsätzlich gibt es aber an der Notwendigkeit ihrer Modernisierung keinen Zweifel. Die aktuellen Regeln sind einfach gestrickt und werden den tatsächlichen Risiken der modernen Varianten des immer komplexeren Bankgeschäfts nicht gerecht.

Die eigentliche Gefahr der jüngsten, besonders von angelsächsischer Seite forcierten Diskussion um Basel II liegt darin, dass zugleich mit der Verschiebung des Starttermins das gesamte Regelpaket wieder aufgeschnürt werden könnte. Schlimmstenfalls kann man sich sogar vorstellen, dass Basel II auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird. Dies ist aber wegen des breiten Konsenses über die Notwendigkeit einer Reform äußerst unwahrscheinlich.

Deutlich größer ist das Risiko, dass bei einem Öffnen des Regelwerkes die unbestreitbaren Erfolge der deutschen Seite in Basel verwässert werden könnten. Insbesondere wurden Erleichterungen für die Kreditvergabe an den Mittelstand eingebaut. Für Deutschland wäre daher eine zügige Einführung ohne tief greifende Neuverhandlungen die beste Lösung. pot

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