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Kommentar: Stürmische Zeiten fürs Öl

Der Ölmarkt hat seine wiederkehrenden Themen. Die Hurrikan-Saison im Golf von Mexiko ist so eines. Die Wirbelstürme bedrohen im Sommer alle paar Wochen die Ölplattformen, Häfen und Raffinerien an der US-Südküste. Ihr Einfluss auf den Ölpreis immer wird größer, denn einerseits werden die Stürme immer heftiger, andererseits der Golf von Mexiko als Ölförderstätte immer wichtiger. Zu normalen Zeiten müssten aber auch wochenlange Produktionsunterbrechungen an einzelnen Standorten den Ölpreis unbeeindruckt lassen.

Doch die Zeiten sind nicht normal: Die hohe Ölnachfrage aus China und anderen Schwellenländern hat die Reservekapazitäten dahinschmelzen lassen und die Förderländer haben nicht rechtzeitig gegengesteuert. Zugleich haben die Industriestaaten über Jahre zu wenig in Raffineriekapazitäten investiert. Ein Ölpreis von 70 Dollar je Barrel ist die Quittung dafür. Vor Monaten sind Analysten, die solche Preisniveaus voraussagten, als Panikmacher kritisiert worden. Wer wollte jetzt noch 100-Dollar-Öl für Phantasie halten?

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom
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