Kommentar
Tui tanzt auf dem Drahtseil

Der Hapag-Lloyd-Börsengang ist abgesagt, doch das Vabanquespiel um Europas größten Reisekonzern Tui geht weiter. So lange nicht klar ist, in wessen Hände der 31-prozentige Tui-Anteil der verkaufswilligen West LB fällt, bleibt die Zukunft des Urlaubs-Riesen ungewiss. Der geplante und nun abgeblasene Börsengang der Renditeperle Hapag-Lloyd spielt in diesem Zusammenhang nur eine Nebenrolle. Er sollte helfen, die hohe Verschuldung der Tui zu senken, die von der Einkaufstour quer durch Europas Reisebranche stammt. Tui muss das jetzt ohne frisches Kapital schaffen, profitiert aber im Gegenzug weiter vom starken Cashflow der Hapag-Lloyd.

Ein Unternehmen, das sich Touristik-Konzern nennt, muss seine Renditen aber irgendwann mit Urlaubsreisen verdienen - und nicht mit Containerschiffen. Weil der Beweis bisher fehlt und das Geschäft mit Billigfliegern und Pauschalreisen noch immer mehr Sorgen als Freude bereitet, bleibt der Kampf der Tui ein Tanz auf dem Drahtseil. Nur die WestLB kann die anhaltende Unruhe beenden. Es wird Zeit.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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