Kommentar
Überzeugend

Die Deutsche Bank präsentiert sich nach dem ersten Quartal in alter Stärke - vergessen scheint die Bankenkrise der vergangenen Jahre. Das Quartalsergebnisse von knapp einer Milliarde Euro nach Steuern ist das stärkste der vergangenen drei Jahre. Vor allem die wieder gewonnene Ertragskraft überzeugt. Leider gingen die Verkaufs- und Handelserfolge zu Lasten der Kosten. Denn die gesamten Aufwendungen sind gegenüber dem traditionell teureren vierten Quartal leicht gestiegen. Hier muss die Deutsche Bank im laufenden Jahr die Disziplin nochmals schärfen, sonst gerät die Prognose von Konzern-Chef Josef Ackermann, der nicht mehr als 16 Mrd. im Gesamtjahr haben will, in Gefahr.

Ansonsten zahlt sich der eingeschlagenen Kurs des Schweizers aber aus. Die zahlreichen Verkäufe von nicht mehr gewünschten Geschäftseinheiten und die sorgfältige Arbeit bei der Kreditvergabe haben die Risikosituation der Deutschen Bank stark verbessert. Die Kontinuität der Geschäftsführung schlägte ebenfalls positiv zu Buche: Erstmals in den vergangenen Jahren ist das Ergebnis nicht von Restrukturierungsaufwendungen oder Abfindungszahlungen belastet.

Das Quartalsergebnis zeigt deutlich, dass die Frankfurter Großbank den deutschen Wettbewerbern längst entwachsen ist. Denn unter dem Strich verdient die Deutsche Bank zwanzigmal so viel wie eine Hypo-Vereinsbank und viermal so viel wie eine Commerzbank. International liegt der deutsche Branchenprimus zwar immer noch im Hintertreffen, die weltgrößte Bank Citigroup erzielte einen im selben Zeitraum einen Gewinn von rund 4,4 Mrd. Euro. Doch die Richtung stimmt, die Abstände zu den großen US-amerikanischen, britischen und auch Schweizer Banken werden geringer. Das stimmt zuversichtlich, dass die Deutsche Bank bald als aktiver Spieler in die europäische Konsolidierung eingreifen kann.

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