Kommentar
Verdis Theaterdonner

Als ob der ersehnte Konjunkturaufschwung nicht schon gefährdet genug wäre - nun auch noch Streiks im öffentlichen Dienst? Gemach!

Verdi-Chef Bsirske grollt wegen des raubeinigen Vorgehens der Länder bei der Verlängerung der Arbeitszeit für deren Angestellte. Doch deswegen legt Verdi noch lange nicht die Republik lahm, jedenfalls nicht vor der Tarifrunde 2005. Dem steht entgegen, dass vorerst allein Landesbedienstete gegen längere Arbeitszeiten streiken dürfen, da nur für sie der Tarifvertrag gekündigt ist.

Ohne Beteiligung der kommunalen Müllwerker und Busfahrer kann aber kaum Streikdruck entstehen - sieht man von Aktenstau in der Landesverwaltung ab. Nebenbei kann Verdi nicht wirklich daran interessiert sein, den laufenden Dialog zur Generalmodernisierung des Tarifrechts im öffentlichen Dienst endgültig zu zerstören: Es würde sich durch verschärfte Privatisierung gegen die eigenen Interessen wenden. Dass Bsirske die Vorlage der Länder für einen mobilisierenden Theaterdonner nutzt, sollte am Tag vor der großen Gewerkschaftsdemo indes nicht verwundern.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent
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