Kommentar: Verständlicher Käuferstreik

Kommentar
Verständlicher Käuferstreik

Die Bürger sind sauer. Ihre Krankenversichertenkarte und einen Zehn-Euro-Schein in der Hand stapfen sie in die Arztpraxen und nehmen der Politik die Gesundheitsreform übel.

Und ihr Unmut hat Folgen für die Wirtschaft. Das Reformwerk – in einer großen Koalition von Rot-Grün und Union zustande gekommen – drückt auf das Konsumklima, fanden die Forscher der GfK heraus.

Der Ärger über Praxisgebühr und höhere Medikamentenzuzahlungen ist verständlich. Denn die Versicherten zahlen mehr aus eigener Tasche, aber die als Gegenleistung versprochene Senkung der Kassenbeiträge ist weit und breit nicht in Sicht. Einmal mehr zeigt sich, dass die Gesundheitsreformer nicht mehr getan haben, als Kostenlasten anders zu verteilen. Strukturell wurde das Gesundheitswesen nicht angefasst.

Die Reform erreicht noch nicht einmal ihr Minimalziel, nämlich eine Senkung der Lohnnebenkosten, verärgert zugleich aber die Betroffenen – die konsequenterweise angesichts steigender Belastungen ihr Portemonnaie zuhalten. Wer will es ihnen verübeln?

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