Kommentare
Kommentar: Vertrauensverlust bei der Aareal Bank

FRANKFURT/M. 100 Millionen Nettoverlust sind schon ein Problem für sich. Aber viel schwerer wiegt bei der Aareal Bank der Vertrauensverlust. Wer soll dem Immobilienfinanzierer noch glauben, nachdem er Aktionäre und Analysten monatelang an der Nase herum gerührt hat? Im Sommer kam der jüngste Beweis: Noch Mitte August schien alles im grünen Bereich. Die Risikovorsorge sei hoch genug, ließ das Management zum Halbjahr wissen. Zweifel waren schon dort berechtigt, und die hatte auch die Finanzaufsicht Bafin.

Und jetzt - nicht einmal einen Monat später ist es offiziell: Die Probleme sind mit nichten vorbei. Statt grüner Bereich wohl eher roter Bereich. Mal eben wird der Bedarf für die Risikovorsorge für notleidende Kredite um 277 Mill. Euro aufgestockt. Ein Verlust von 100 Mill. Euro fürs Jahr ist die Folge. Da ist es nur richtig, wenn mit dem Vorstandsvorsitzenden der Verantwortliche geht. Zu seiner Ehrenrettung mag gesagt sein, dass auch das erfolgreiche Neugeschäft auf ihn zurück zu führen ist. Aber das reicht nicht. Wer an der Börse notiert ist, muss transparent handeln. Und zwischen 110 Mill. Euro und nun 384 Mill. Euro liegt nun mal ein großer Unterschied. Soviel Überblick sollte der Chef haben.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%