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Kommentar: Warum Berater-Bashing falsch ist

Die Berater in Deutschland sind oft unbeliebt und haben einen schlechten Ruf – zu Unrecht: Die Berater von Roland Berger und Co helfen Unternehmen oft wieder auf die Beine zu kommen.

Ein Mann mit Aktentasche geht ins Büro und spiegelt sich dabei in Glasscheiben. Quelle: dpa
Ein Mann mit Aktentasche geht ins Büro und spiegelt sich dabei in Glasscheiben. Quelle: dpa

Es gibt wohl kaum eine Berufsgruppe, die so unbeliebt ist wie die Zunft der Berater. Besserwisser sind schon in der Schule verhasst. Die hochbezahlte, alerte Rollkoffer-Fraktion im feinen Zwirn ist ein allseits beliebtes Feindbild. Bestseller wie "Beraten und verkauft" oder "Die große Abzocke" befeuern das Berater-Bashing. Besonders McKinsey muss herhalten für Klischees über Berater, die Firmen gnadenlos auf Effizienz und Rentabilität trimmen. Im Theaterstück "McKinsey kommt" von Rolf Hochhut etwa treten Consultants nicht einmal auf. Allein ihre Ankündigung ist Synonym für drohende Entlassungen. Leider wird oft vergessen, dass Berater viele Firmen und damit Jobs retten.

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Sie grundsätzlich zu verdammen ist ungerechtfertigt. Berater polarisieren. Sie sind eine lohnende Investition, sagen die einen. Der Blick von außen ist wichtig. Nur Externe können Schwachstellen schonungslos offenlegen. Viele Manager stricken nach altbewährten Erfolgsmustern, obwohl selbst Ikonen wie Nokia schnell abstürzen können. Die meisten Firmen haben keine Kapazitäten, um eine Strategiewende fix auf den Weg zu bringen. Die eigenen Manager haben zwar auch gute Ideen. Die sind häufig aber nur durchsetzbar, wenn Externe sie bestätigen.

Oft genug müssen Berater als Sündenböcke für den Ärger bei Entlassungen herhalten. Berater sind eine überflüssige Investition, sagen die anderen. "Wenn man ein Unternehmen zerstören will, muss man nur versuchen, es mit externen Beratern in Ordnung zu bringen", sagte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech einmal. Aber auch VW beschäftigt Consultants von außen.

  • 22.10.2012, 09:17 UhrDr.ThomasNonte

    @DerBernd:
    Sie haben absolut recht. Aus meiner eigenen bruflichen Tätigkeit als Berater für mittelständische Unternehmen kann ich nur bestätigen, dass die besten Berater immer schon als Beschäftigte in den Unternehmen aktiv sind. Da auch wir Unternehmensberater "nur mit Wasser kochen", kann es keine allgemein gültigen Standardlösungen geben. Jedes Unternehmen hat seinen eigenen Wissensstand, aber vor allem auch seine eigene Kultur, die nur bestimmte Veränderungen und Wege dorthin zulässt. Meist geht es auch nicht darum, Lösungen zu finden, sondern viel mehr darum, Umsetzungsstrategien für bereits im Unternehmen bekannte Lösungsansätze zu erarbeiten und dann tatkräftig bei der Umsetzung zu helfen. Nicht fehlendes Wissen ist das Problem, sondern fehlende Ressourcen, da in kleinen und mittelständischen Betrieben alle Mitarbeiter vollständig durch das Tagesgeschäft ausgelastet sind. Hier ist die Kreativität und vor allem Erfahrung von Beratern gefragt, um Schritt für Schritt die Ressourcen für die Umsetzung von Veränderungen möglich zu machen und diese vor Ort zu begleiten. Theoretische Ausarbeitungen, wie sie oftmals von Beratern geliefert werden, helfen da in der Regel nicht.

  • 21.10.2012, 21:16 UhrSchuischel

    Richtig. Mein ehemaliger Brötchengeber, die Allianz, hat McKinsey ran gelassen. Mittlerweile macht man die Rückstrukturierung der Umstrukturierung. Der Vorstand hat schon zugeben müssen, dass es falsch war. Ein Offenbarungseid.

  • 21.10.2012, 18:53 UhrEuroTanic

    "Unternehmensberater sind wie Eunuchen. Sie wissen's wie man's macht." (frei nach VPispers)

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