Diskussion: Kommentare zu: Was die Euro-Retter verschweigen

Oliver Stock, Chefredakteur Online

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar. Gerne kritisch. Gerne auf den Punkt - von mir aus kurz und schmerzhaft. Auch Lob würden wir annehmen. Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem wirklichen Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie möchten wahrscheinlich auch wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten. Dafür steht die Handelsblatt-Online-Redaktion. Dafür stehe ich.

Ihr
Oliver Stock
Chefredakteur Handelsblatt Online

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette.
  • 17.01.2012, 18:06 Uhrkarstenberwanger

    Hallo? Es wird nicht einfach nur teurer sondern hier wird was verbockt was kein Bürger wollte und niemand gefragt wurde. Eine Pleitewährung die man jedem idiotischen Staat hat andrehen müssen, geht gerade unter und die Bürger vor allem aus D sollen es für alle tragen...das ist die Wahrheit. Ebenso ist mehr als klar dass hier nichts mehr zu retten ist, schon 10 mal nicht mit den derzeitigen Methoden.

    Der kleine Mann wird hier bis aufs letzte verarscht, das ist Fakt. Am Ende wird er zahlen müssen und da helfen auch keine staatlich verordneten Propagandamärchen vom Jobwunder oder von guten Aussichten. Der Zug ist abgefahren, nur weiss keiner wie man das System runterfährt weil es dann so oder so kollabiert. Fakt ist, diese Regierung hat nicht das geringste mit volksvertretung zu tun, keine dieser Parteien. Wer drin sitzt sind Lobbyisten und Verbrecher, Lügner, Hochstapler denen es zu lange gut ging und die immer und immer wieder wie immun behandelt werden.

    Ich hoffe das Volk wacht schnell genug auf und baut die ersten Galgen direkt in Berlin.

    • 17.01.2012, 18:55 UhrRon777

      ja, Ehrlichkeit wäre sehr schön und ein Novum in der Euro- und auch EU-Politik. Bislang dominiert hier auf allen politischen Seiten roamantisierender Pathos. Soweit hat der Autor also Recht. Doch wenn er schreibt: "Die Vorteile eines großen, freien, gemeinsamen Marktes sind ohne ein gewisses Maß an Umverteilung nicht zu haben." irrt er sich sowohl in der Sache als auch in der Relation. 1. Freihandelszonen gibt es nicht erst seit dem Euro. Freier Handel hat mit der Chaoswährung nichts zu tun. Im Gegenteil.
      2.Der Autor hat Probleme mit Relationen. "Ein gewisses Maß an Umverteilung" haben wir seit der Gründung der EU. Jedes Jahr zahlen wir ca. 10 Mrd. Euro netto in die Kasse ein als Quasiunterstützung für wirtschaftlich schwache europäische Regionen. Das ist eine vertretbare Größe. Dass wir jetzt dauerhaft Hunderte von Millarden spendieren sollen, überfordert unser Land maßlos, hat mit einem "gewissen Maß an Umverteilung" nichts mehr zu tun und hilft am Ende nicht einmal den Empfängerländern, denn sie werden zu HARZ4lern Europas. Wir müssen endlich Realitäten sehen und das deutsche Romantisieren aufgeben. Der Euro ist grandios gescheitert. Retten wir Europa durch eine gemeinsame Wiedereinführung nationaler Währungen. Das schenkt Deutschland neue Freiheiten, hilft aber auch den jetzigen Krisenländern.

    • 17.01.2012, 20:09 UhrAnonymer Benutzer: Mazi

      Wenn wir ehrlich sind, dann durften wir nichts Anderes erwarten.

      Es war bekannt und es ist nun bestätigt, dass hier eine Laienspielgruppe EURO gespielt hat. Alles alternativlos. Wer keine Ahnung hat, für den ist alles elternativlos. Es war nur erstaunlich wie dies über die Regierungsbank beispiellos bis in die Opposition hinaus funktioniert hat. Nur die Linke war dagegen.

      Jetzt wissen wir, wer die Sozialtöpfe auf Generationen hinaus geleert hat. Die Renten sind nicht mehr sicher, deshalb wurden sie schon gekürzt. Nur die Pensionen der Abgeordneten, die die Rentenkürzung verordnet haben, die sollen sich weiter erhöhen. Hier ist eine Schieflage, die es zu korrigieren gilt.

      Die Banken sollen Schuld haben. Deshalb sollen sie über eine einzuführende Transaktionssteuer zur Kasse gebeten werden. Die Politiker, die ebenfalls Schuld sind ebenfalls zur Kasse zu bitten.

      Unschuldig sind mit Sicherheit die Kleinanleger und Rentner. Tatsächlich werden diese Gruppen bestraft.

      Gerettet wurde jedenfalls nichts.

    • 18.01.2012, 00:19 UhrAnonymer Benutzer: Erinnerungen

      Hier Helmut Kohls schönste Sprechblasen und Worthülsen zum Euro vom 23. April 1998: 
      »Ich bin überzeugt, dass die Erfolgsgeschichte der D-Mark in unserem Land mit einer Erfolgsgeschichte des Euro weitergeht. Die Vorzüge, die wir mit der D-Mark erarbeitet haben und an der D-Mark – zu Recht – schätzen, gehen nicht verloren. Sie werden in ein größeres Ganzes zum Vorteil Deutschlands und zum Vorteil Europas eingebracht.«
      »Der Euro stärkt die Europäische Union als Garanten für Frieden und Freiheit. Von der heutigen Entscheidung – ich meine das nicht pathetisch – hängt es wesentlich ab, ob künftige Generationen in Deutschland und in Europa in Frieden und Freiheit, in sozialer Stabilität und auch in Wohlstand leben können.«
      »Das Europäische Währungsinstitut und die Deutsche Bundesbank haben in ihren Stellungnahmen bestätigt, dass die Vorschläge der Kommission stabilitätspolitisch vertretbar sind. ... Ich behaupte: Die Voraussetzungen für eine stabile europäische Währung waren noch nie so gut wie heute.«
      »Die Einführung des Euro liegt im ureigensten wirtschaftlichen Interesse auch und nicht zuletzt der Deutschen.«
      »Europa ist bereits im Vorfeld der Währungsunion zu einer Stabilitätsgemeinschaft zusammengewachsen.«
      »Die gemeinsame europäische Währung wird Europa als Raum wirtschaftlichen Wohlstands und monetärer wie sozialer Stabilität festigen.«

    • 18.01.2012, 07:47 UhrMiss_Trauen

      Der Euro führt zum deutschen Staatsbankrott. Und das wird ganz schnell gehen.
      Oder eine grenzenlose Verarmung über das Drucken von Geld durch die EZB. Der Weg ist ja gerade eingeschlagen. Das Ergebnis wird sein wie in Zimbabwe. Denn Europa ist nicht mit den USA zu vergleichen, die im übrigen als bankrott gelten!
      Rette sich, wer kann!

    • 18.01.2012, 12:07 UhrAnonymer Benutzer: Humanist

      @-Erinnerungen: Die Zitate lassen nicht nur die Ahnungslosigkeit und mangelnde Sachkompetenz, sondern auch den Mangel an Verantwortungsbewußtsein erkennen, die solche Leute "auszeichnet". Und ich möchte es noch um ein Zitat eines ebenfall dementen Altkanzlers, nämlich Helmut Schmidt, auf dem letzten SPD-Parteitag ergänzen: "Wir müssen Europa lieben" - Und wir alle müssen jetzt zahlen.

    • 18.01.2012, 10:15 UhrAnonymer Benutzer: AdamRies

      "direkte Zahlungen der starken an die schwachen Euro-Länder" wären nicht notwendig wenn man den schwachen und daher defizitäre (Leistungsbilanz) Euro-Länder durch Änderungen der Euroverträge erlauben würde ihre Wirtschaft gegen den Wettbewerb der stärkeren Länder (alle, nicht Euroländer) zu schützen.
      Der Verbraucher der schwachen Euroländer soll dazu animiert werden die eigene Produkte zu kaufen.
      Nur so werden Investitionen in die schwachen Euroländer getätigt und die Konjunktur angekurbelt.
      Eine Wirtschaftskonvergenz zwischen den Euroländer wäre wünschenswert, leider aber von den stärkeren Wirtschaften nicht gewollt. Wer gibt schon gerne einen Vorteil freiwillig aus der Hand!
      Hier muss Brüssel aktiv werden.

    • 18.01.2012, 18:18 UhrAnonymer Benutzer: ursularenner

      Ganz falsch. Wenn Sie den linken Arm eingipsen lassen, sind im Nu alle Muskeln weg. Was heißt "schwache Länder"? Wenn Länder keine funktionierende Admini-stration haben, und/oder Politiker, die überhaupt kein Interesse an Regelwerken haben, dann werden sie wirt-schaftlich gegen die Wand gefahren. Da hilft kein reicher Onkel. Da hilft nur: schauen, was machen andere auf welchem Feld anders/besser. Wenn Griechenland die flat tax einführen würde, würde nicht nur die Admini-stration endlich begreifen, was Steuern sind und tatsächlich endlich mal welche einnehmen, sondern es würde attraktiv für Auslandsinvestitionen.

  • 17.01.2012, 18:12 UhrAnonymer Benutzer: MachteinEnde

    Es tut mir Leid, aber mir ist es nicht einen Cent wert die anderen EU Länder zu retten. Das funktioniert nicht. Siehe Monti: Deutschland muss Italien beim Schuldenzahlen helfen. Die wollen nur unser Geld. Und nach einem Einstieg nehmen die die Füße nicht mehr aus der Tür. Bei uns wird schon wieder über Mehrwertsteuererhöhung und wieder einzuführenden Studiengebühren gesprochen. Wozu?? Für Griechenland, Italien Irland, Ungarn.... Wir werden versklavt und dann hoffe ich, dass Deutschland sich wehrt. Ich bins so Leid. Unser Soli für den Aufbau Ost war auch nur ein Einstieg, gelle?

    • 18.01.2012, 15:00 UhrAnonymer Benutzer: endegelaende

      Die Gesamtausgaben des Bundeshaushalts betragen für dieses Jahr 306 Mrd. €. Laut Prof Sinn wird die Einführung der von Monti geforderten Eurobonds D jährlich ca. 50 Mrd. € Transferkosten bringen. Noch Fragen??

  • Kommentare
Kommentar: Iran-Krise bedroht die Weltwirtschaft

Iran-Krise bedroht die Weltwirtschaft

Iran ist bei den Atomgesprächen erneut auf Konfrontationskurs gegangen. Jetzt ist schnelles Handeln gefordert. Kommt es zum Konflikt, stürzt die Welt in eine tiefe Wirtschaftskrise.

Kommentar: Was traurige Bilder nicht erzählen

Was traurige Bilder nicht erzählen

Die ARD nimmt in einer Dokumentationsreihe die Arbeitsbedingungen bei prominenten Konzernen aufs Korn. Damit steigt die Chance auf Besserung der Firmen. Gemachte Fortschritte bleiben oft verdeckt.

  • Kolumnen
Dutschke spricht: The War on Women

The War on Women

Frauen werden in den USA noch immer stark benachteiligt. Das reicht von überteuerten Konsumprodukten für Frauen bis hin zur restriktiven Abtreibungsrichtlinien. Beim Schutz der Frauen hinken die Amerikaner uns hinterher.

Was vom Tage bleibt: Die Tage des „Bankjogs“ nahen

Die Tage des „Bankjogs“ nahen

In Spanien mehren sich Krisensymptome, sodass Banker über den gefürchteten „Bankrun“ nachdenken. Ganz so schlimm wird es nicht. Allerdings ist auch die Vatikanbank mit sich selbst nicht im Reinen. Der Tagesbericht.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Gastbeiträge
Essay Jürgen Fitschen: Die Sünden der Finanzwirtschaft

Die Sünden der Finanzwirtschaft

Die Finanzbranche hat massiv an Ansehen verloren. Ohne sie würde unser Wirtschaftssystem aber zusammenbrechen, sagt Jürgen Fitschen. Ein Essay des designierten Co-Chefs der Deutschen Bank über die Zukunft der Branche.

Gastbeitrag: Gut gemacht, Chefin!

Gut gemacht, Chefin!

Angela Merkel führt ihre Regierung, wie es in der Wirtschaft gang und gäbe ist. Und doch hagelt es Kritik. Dabei handelt Merkel nur wie ein Manager. Endlich mal - sagt einer der bekanntesten Headhunter Deutschlands.

Otmar Issing: Keine Experimente mit der Inflation

Keine Experimente mit der Inflation

Um zu überleben muss die Währungsunion zum Gleichgewicht zurückfinden. Von Deutschland zu fordern, die eigene Wettbewerbsstärke zu verwässern, ist aberwitzig. Aber es gibt andere Lösungen.

  • Presseschau
Presseschau: „Spaniens Tage sind gezählt“

„Spaniens Tage sind gezählt“

Die Verstaatlichung der spanischen Großsparkasse Bankia ist nach Medieneinschätzung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die entscheidende Frage sei, wie Spanien die Rettungsmaßnahmen bezahlen wolle. Die Presseschau.