Kommentar
Was wird aus dem Euro?

Es gibt Gerüchte, die jeder vernünftige Mensch noch vor ein paar Wochen für so absurd gehalten hätte, dass sie nicht einmal ein Dementi wert gewesen wären. Doch seit ein paar Tagen wird an den Finanzmärkten tatsächlich wild darüber diskutiert, ob die Europäische Währungsunion nicht wieder aufgelöst werden könnte.

Bundesfinanzminister Hans Eichel nimmt die Spekulationen offenbar so ernst, dass er sich heute zu einer offiziellen Erklärung genötigt sah: Nein, er habe nicht mit der Bundesbank über das mögliche Scheitern des Euros gesprochen.

Die Episode zeigt: In ganz Europa beginnt nicht nur das Nachdenken über die politischen, sondern auch über die wirtschaftlichen Folgen des gescheiterten Verfassungsreferendums in Frankreich. Lange Zeit ignorierten die Finanzmärkte die meisten negativen Nachrichten für den Euro - zum Beispiel die galoppierenden Haushaltsdefizite in Deutschland und anderen EU-Ländern. Nun denken weltweit viele um. Und wir sollten uns schon einmal auf einige Erschütterungen einstellen.

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