Kommentar zu BMW und VW
Notwendige Frischzellenkur

BMW und VW leiten den Generationenwechsel ein. Das tut beiden Unternehmen gut – wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen.
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Zwei Alphatiere der deutschen Autobranche haben am Montag den Generationenwechsel eingeleitet. VW-Konzernchef Winterkorn gibt einen Teil seiner Macht ab, BMW-Chef Reithofer räumt den Chefsessel gleich ganz. Es ist ein Generationenwechsel, der beiden Unternehmen nur gut tun kann.

Beim größten deutschen Autokonzern Volkswagen scheint der eigene Erfolg zum Bumerang zu werden. Die Größe und Komplexität des Konzerns lähmen die Kernmarke. Neuentwicklungen dauern zu lange, Probleme in wichtigen Märkten wie in den USA wurden zu lange übersehen. Mit BMW-Entwicklungschef Herbert Diess holt man sich einen Externen an Bord, der Probleme klarer erkennen und sie abstellen kann.

Dafür bringt er alle Voraussetzungen mit. Er kennt die Zukunftsprojekte von BMW. Er weiß, wie man einen Konzern auf Effizienz trimmt. Und er genießt das Vertrauen von Winterkorn. Denn eigentlich sucht man in Wolfsburg nicht weniger als einen Klon des derzeitigen Vorsitzenden. Diess ist Ingenieur – wie Winterkorn. Und er hat bei Bosch gelernt – wie Winterkorn. Ab Oktober hat er ein Jahr Zeit, um zu beweisen, dass er nicht nur eisern sparen kann, sondern sich auch so geschickt im Wolfsburger Konzerndschungel bewegen kann wie Winterkorn. Dann dürfte er im Rennen um die Konzernspitze die Nase vorn haben – auch wenn er sich noch ein wenig gedulden muss.

Denn dass Winterkorn nicht sofort alle seine Ämter niederlegt, ist ebenfalls vernünftig. Das Wolfsburger Riesenreich aus zwölf Marken steckt mitten in einem wichtigen Umbau. Mit einem Effizienzprogramm und den milliardenschweren Investitionen werden jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt. Wer nicht so erfahren ist wie Winterkorn, kann hier viel falsch machen.

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