Kommentar zu Zypern
Eine etwas andere Rettung

Die Rettungsmaßnahmen für Zypern sind drastisch, aber richtig. Denn die Insel hat unter anderem mehr wirtschaftliches Potenzial als Griechenland. Dafür lohnt es sich auch, gesetzliche Vorschriften zu umgehen.
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Griechenland, Irland, Portugal, Spaniens Banken und nun Zypern: Die Euro-Zone hat ihr fünftes Rettungspaket beschlossen. Der kleine Inselstaat erhält bis zu zehn Milliarden Euro Kredit. Das ist deutlich weniger als ursprünglich veranschlagt, aber immer noch viel Geld. Denn Zypern ist ein sehr kleines Land, doch sein Bankensektor ist groß – viel zu groß, um von Zypern selbst gerettet zu werden. Deshalb braucht die Mittelmeer-Insel nun Hilfe von der Euro-Zone – und es richtig, dass diese Hilfe jetzt gewährt wird.

Denn auch ein kleines Land wie Zypern kann die Euro-Zone insgesamt gefährden. Würden Zyperns Banken zusammenbrechen, dann wäre der griechische Finanzsektor davon unmittelbar betroffen. Womöglich würde Griechenland dann ein drittes Hilfspaket der Euro-Zone benötigen, zumal die Lage in Hellas ohnehin nach wie vor fragil ist. Das kann niemand wollen, schon gar nicht immer im Obligo stehenden deutschen Steuerzahler.

Das gilt um so mehr, da die Euro-Zone mit dem Kredit an Zypern ein vergleichsweise geringes Risiko eingeht. Das Land verfügt über eine effiziente Verwaltung, über rentable Staatsbetriebe, über wohlhabende private Investoren und über vielversprechende Erdgasaufkommen. Zypern hat also viel mehr wirtschaftliches Potential als Griechenland. Die staatlichen Geldgeber in der Währungsunion können sich daher relativ sicher sein, dass Zypern die Hilfskredite zurückbezahlen wird.

Die politische Aufregung um Zypern hat wohl weniger mit der Sache selbst, als vielmehr mit dem aufziehenden Bundestagswahlkampf zu tun. Da rückte plötzlich das in Zypern angelegte Vermögen russischer Oligarchen in den Blickpunkt. Im Prinzip ist das nachvollziehbar. Fragt sich bloß, wieso man nicht schon in Irland und Spanien auf diese Idee gekommen ist. Auch dort liegen große Vermögen auf Bankkonten, doch ihre Besitzer blieben ungeschoren.

In Zypern läuft es nun erstmals anders. Dort wird nun eine einmalige Vermögensabgabe erhoben: 9,9 Prozent für Guthaben über 100.000 Euro und 6,75 Prozent für Guthaben bis zu 100.000 Euro. Die Beteiligung der Bankkunden dürfte es dem Deutschen Bundestag leichter machen, dem Zypern-Paket zuzustimmen. Denn auf diese Weise wurde der Zypern-Kredit kleiner als zunächst geplant. Andererseits lehrt der Vorgang die kleinen Sparer, dass ihre Konten doch nicht so sicher sind, wie es immer behauptet wurde. Eigentlich sind Guthaben bis zu 100.000 Euro in der EU gesetzlich geschützt, wenn Banken in eine Schieflage geraten. In Zypern führt die EU nun vor, wie man eigene gesetzliche Vorschriften ganz legal umgeht.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel

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  • die Kette ist immer so stark wue ihr schwaechtes Glied und
    wenn die Supergescheiten in BRUESSEL so etwas aufnehmen dann muessen sie ihr miserables Stueckwerk auch verantworten.Wie
    waer's mit einer 20% Kuerzung der BEZUEGE dieser Gurkentruppe Gott bewahre uns vor solchen Fachleuten !

  • was wuerden wohl die Herrschaften in ZYPERN tun wenn es uns auf Grund der Ausbeutung seitens BRUESSEL dreckig ginge. NICHTS wuerden sie tun, vielleicht ein paar schadenfrohe NAZI kommentare die sich unsere Berliner "REGIERUNG" gefallen laesst, ein Skandal ist das !
    Und die Deppen der EU verdienen fuer ihr missratenes Handling eine glatte FUENFT plus, wolle Gotte, dass wir von dieser "Institution" niemals abhaengig werden. Drittklassige Politiker, oder was halten SIE von dem sogenannten EUROPAPRAESIDENTEN und der skurillen AUSSENBEAUFTRAGEN ? von der MERKEL mit in's Amt gehievt mit
    dem boshaften Hintergedanken "sowas" kann MIR niemals gefaehrlich werden. Pfui Teufel, haette ich fast gesagt !

  • So viel Quatsch, wie Frau Berschens in ihrem Artikel zum besten gibt, habe ich schon lange nicht mehr im Stück gelesen.

    Es ist nicht richtig, daß die Hilfe gewährt werden soll (ob sie's wird, ist noch fraglich). Weil: Zypern spielt ein böses Spiel. Ein bißchen Schweiz und Liechtenstein am Rande der EU, ein wenig mit Rußland und seinen Oligarchen kungelnund mit Dumpingsteuern das Schwarzkapital der EU-Randzone anlocken. Das ist Zypern. Rettung richtig? Wohl eher nicht.

    Und zu Ihrer Kenntnis, Frau Berschens: die Eu rettet keine Staaten und schon gar keine Nationen. Die Zyprer haben nicht nur nichts von dieser sogenannten "Rettung", sie werden dafür auch mit einer höheren Inflation, höheren Steuern und Abgaben und einer steigenden Arbeitslosigkeit bezahlen. Von der Rettung profitieren lediglich Hedfondsmanager, Bankaktionäre und deren Vasallen. Allenfalls noch ein paar korrupte lokale Größen, die in der Hierarchie hoch genug stehen, um ihre Pfründe zu sichern. Das ist die EU-"Rettung" wirklich: eine einzige Umverteilung von unten nach oben!

    Ihre These, griechische Institute seien unmittelbar betroffen, greift nicht: durch den griechischen Schuldenschnitt gibt's kaum noch nennenswerte Aktivposten und zum anderen: der nächste Hilfsantrag Griechenlands hätte schon längst auch ohne die Zypernkrise gestellt werden müssen. Er wird so sicher kommen, wie das Amen in der Kirche, völlig unabhängig vom Zypern-Abenteuer der EU.

    Mit dem Kredit an Zypern geht die EU nicht ein "relativ geringes Risiko" ein, wie Sie behaupten, sondern man schlittert sehenden Auges in einen Totalverlust. Zypern hat bereits jetzt eine Staatsverschuldung von 93% des BiP, mit Hilfskredit würde sich das auf über 160% erhöhen. Wenn Sie an eine jemalige Rückzahlung dieser Kredite glauben halten Sie Berichte über den Weihnachtsmann und den Klapperstorch sicher auch für Tatsachen...

    Zypern ist eine Lehrstunde in EU-Politik: keine Lüge ist zu dreist, kein Versprechen, das nicht gebrochen würde...

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