_

Kommentar: Zuckerberg und seine Mission

Facebook strebt an die Börse und Mark Zuckerberg macht in seinem Brief an die zukünftigen Aktionäre keinen Hehl aus seinen Ambitionen: Er will eine soziale Mission erfüllen. Doch lässt sich das mit einem IPO kombinieren?

Axel Postinett, Korrespondent an der Westküste der USA und Experte für IT-Themen. Quelle: Pablo Castagnola
Axel Postinett, Korrespondent an der Westküste der USA und Experte für IT-Themen. Quelle: Pablo Castagnola

Mark Zuckerberg hat eine Mission. Er will seine Aktivitätenüber die ganze Welt undüber alle Industrien ausbreiten. „Facebook war nicht als Unternehmen geschaffen worden – es wurde geschaffen, um die Welt zu einem offeneren und besseren Platz zu machen.“ Starke Worte.

Anzeige

Und es kommt noch besser: „Einfach gesagt: wir starten keine Dienst um Geld zu verdienen, wir verdienen Geld um Dienste zu starten.“ Doch damit hört es noch lange nicht auf: „Wir erwarten von jedermann bei Facebook sich jeden Tag darauf zu fokussieren, in allem was wir machen echte Werte für die Welt zu schaffen.”

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Es erinnert verdächtig an den legendären Brief der Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page, in dem ihr berühmtes Mantra „Don’t be evil“ - sei niemals böse - formulierten.

Mark Zuckerberg hat Großes vor. Quelle: Reuters
Mark Zuckerberg hat Großes vor. Quelle: Reuters

Hier wie dort hehre Leitsätze, die es in einer Industrie zu verteidigen gilt, in der nur Quartalsergebnisse zählen und Aktienkursentwicklung. Google musste bereits leidvoll erfahren, sei es in der Zensurdebatte um China,, dem Umgang mit privaten Informationen  oder dem Vorwurf der Manipulation von Suchergebnissen,  wie schnell man einen solchen Ruf verspielen kann. Mark Zuckerberg wird die gleichen Erfahrungen machen müssen – und mit ihm die künftigen Aktionäre.
Dieser Mann ist auf einer Mission. Das sollten künftige Aktionäre wissen. Und er hat sich über Stimmrechtsbündelung eine Mehrheit erschaffen, die ihn nicht nur alle wichtigen Geschicke lenken lässt. Diese Mehrheitsposition kann er sogar für den Fall seines Todes vererben an einen Nachfolger seiner Wahl - König Mark I.
Der eingereichte Börsenprospekt gibt von den Zahlen nichts her, was eine Bewertung von 75 oder gar 100 Milliarden Dollar für Facebook rechtfertigen könnte. 2,7 Milliarden „Likes“ und Kommentare  und 250 Millionen hochgeladene Fotos pro Tag sind klingen imposant. Aber sie sind noch kein Wert an sich.

  • 02.02.2012, 15:49 UhrPetersnr1

    Ich bin mir nicht sicher, ist das nun ein Soziales Netzwerk oder ein A-Soziales Netzwerk. Meine Freunde jedenfalls sind real, ich kann sie anfassen, fühlen, hören, riechen. Un das ist gut so.

  • 02.02.2012, 14:01 UhrAnonymer Benutzer: Pendler

    tja KFR, ekelhaft, dass jeder nur das bei anderen sieht, was er selbst ist, ne?

  • 02.02.2012, 08:30 UhrAnonymer Benutzer: KFR

    yeah bitte alle Aktien kaufen, sonst lohnt sich Strafe für sittenwiedriges Verhalten und Ausplünderung der Userdaten ( 2% Umsatz in der EU ) nicht !
    Diese Scheinheiligkeit ist so langsam zum K****

  • Kommentare
Kommentar: Iran-Krise bedroht die Weltwirtschaft

Iran-Krise bedroht die Weltwirtschaft

Iran ist bei den Atomgesprächen erneut auf Konfrontationskurs gegangen. Jetzt ist schnelles Handeln gefordert. Kommt es zum Konflikt, stürzt die Welt in eine tiefe Wirtschaftskrise.

Kommentar: Was traurige Bilder nicht erzählen

Was traurige Bilder nicht erzählen

Die ARD nimmt in einer Dokumentationsreihe die Arbeitsbedingungen bei prominenten Konzernen aufs Korn. Damit steigt die Chance auf Besserung der Firmen. Gemachte Fortschritte bleiben oft verdeckt.

  • Kolumnen
Dutschke spricht: The War on Women

The War on Women

Frauen werden in den USA noch immer stark benachteiligt. Das reicht von überteuerten Konsumprodukten für Frauen bis hin zur restriktiven Abtreibungsrichtlinien. Beim Schutz der Frauen hinken die Amerikaner uns hinterher.

Was vom Tage bleibt: Die Tage des „Bankjogs“ nahen

Die Tage des „Bankjogs“ nahen

In Spanien mehren sich Krisensymptome, sodass Banker über den gefürchteten „Bankrun“ nachdenken. Ganz so schlimm wird es nicht. Allerdings ist auch die Vatikanbank mit sich selbst nicht im Reinen. Der Tagesbericht.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Gastbeiträge
Essay Jürgen Fitschen: Die Sünden der Finanzwirtschaft

Die Sünden der Finanzwirtschaft

Die Finanzbranche hat massiv an Ansehen verloren. Ohne sie würde unser Wirtschaftssystem aber zusammenbrechen, sagt Jürgen Fitschen. Ein Essay des designierten Co-Chefs der Deutschen Bank über die Zukunft der Branche.

Gastbeitrag: Gut gemacht, Chefin!

Gut gemacht, Chefin!

Angela Merkel führt ihre Regierung, wie es in der Wirtschaft gang und gäbe ist. Und doch hagelt es Kritik. Dabei handelt Merkel nur wie ein Manager. Endlich mal - sagt einer der bekanntesten Headhunter Deutschlands.

Otmar Issing: Keine Experimente mit der Inflation

Keine Experimente mit der Inflation

Um zu überleben muss die Währungsunion zum Gleichgewicht zurückfinden. Von Deutschland zu fordern, die eigene Wettbewerbsstärke zu verwässern, ist aberwitzig. Aber es gibt andere Lösungen.

  • Presseschau
Presseschau: „Spaniens Tage sind gezählt“

„Spaniens Tage sind gezählt“

Die Verstaatlichung der spanischen Großsparkasse Bankia ist nach Medieneinschätzung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die entscheidende Frage sei, wie Spanien die Rettungsmaßnahmen bezahlen wolle. Die Presseschau.