Kommentar: Zum Frieden befähigt

Kommentar
Zum Frieden befähigt

Seit David Ben Gurion, dem legendären Gründervater des jüdischen Staates, hat kein anderer Politiker die geographische und politische Szene Israels stärker geprägt als Premierminister Ariel Scharon – sowohl im Guten wie im Schlechten. Scharon galt in den achtziger Jahren als Inbegriff des „hässlichen Israelis“. Doch gegen Ende seiner politischen Karriere war der Regierungschef bestrebt, mit der von ihm verfolgten Politik als historische Figur in die Geschichtsbücher einzugehen.

Dies dürfte ihm durchaus gelungen sein. Sogar der ägyptische Präsident Hosni Mubarak fand vor kurzem lobende Worte für „diesen Scharon“: Er sei der einzige israelische Politiker, dessen Strategie zum Frieden führen könne.

Damit traf Mubarak voll den israelischen Konsens. Denn heute sind sich die meisten Israelis einig: Scharon ist der bislang erste Politiker, der hätte fähig sein können, den über hundert Jahre alten Konflikt im Nahen Osten zu lösen. Vor Scharon hatte kein anderer israelischer Premier von den Wählern eine derart einhellige Zustimmung erhalten.

Dass Ariel Scharon die israelische Politik schon fast wie ein Diktator dominierte, dass er auch kontroverse Entscheidungen stets einsam und eigenmächtig fällte, dass er der Korruption bezichtigt wurde, störte nur eine Minderheit.

Scharon wurde im Laufe der vergangenen Jahre für viele Israelis zur Vaterfigur. Umso schmerzlicher trifft Israel jetzt die Nachricht, dass die Ära Scharon vorbei ist. Sein jähes Ausscheiden aus der Politik kann für den Nahen Osten noch nicht absehbare Folgen zeitigen.

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