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Kommentar zum neuen Papst: Eine mutige Wahl

Der Jesuit Jorge Mario Bergoglio hat es gewagt, sich nach Franziskus von Assisi zu nennen. Der Argentinier könnte als Franziskus die Kirche wieder glaubwürdig machen – doch dafür braucht es eine Revolution.

Jorge Mario Bergoglio: Eine mutige Wahl. Quelle: AP/dpa
Jorge Mario Bergoglio: Eine mutige Wahl. Quelle: AP/dpa

Jorge Mario Bergoglio steht für eine mutige Wahl. Eine mutige Wahl, weil er der erste Jesuit und der erste Lateinamerikaner ist. Aber eine mutige Wahl ist auch der Name, den er als Papst gewählt hat: Franziskus.

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In den vielen Jahrzehnten hat kein Papst gewagt, sich nach Franziskus von Assisi zu nennen: einem ehemaligen Kaufmann, der seinen Reichtum hinter sich lässt, um die Armut nicht nur zu predigen, sondern auch zu leben. Ein Rebell, der beinahe ein Schisma der katholischen Kirche herbeigeführt hat.

Auch als Kardinal hat Bergoglio auf Privilegien verzichtet, den Autobus und die U-Bahn genommen und sich in den Armenvierteln bewegt. Seinen Landsleuten riet er, nicht nach Rom zu reisen, sondern das Geld lieber den Armen zu spenden.

Katharina Kort ist Handelsblatt-Korrespondentin in Rom Quelle: Pablo Castagnola
Katharina Kort ist Handelsblatt-Korrespondentin in Rom Quelle: Pablo Castagnola

Man kann nur hoffen, dass er seine Einstellung auch als Papst beibehält und der Katholischen Kirche diesen Kurs verordnet. Nur so kann sich die Kirche, die weltweit an Boden verliert, wieder dem Volk nähern. Zu sehr hat sich vor allem der Vatikan von der Bevölkerung entfernt. Die Skandale um die Vatikanbank Ior trugen ihr übriges bei.

Nur, wenn Franziskus wirklich durchgreift und endlich Transparenz schafft und beweist, dass die Kirche keine geheimen Konten versteckt und illegale Geldflüsse deckt, wird die Institution wieder glaubwürdig.

Der Heilige Franziskus war ein Revolutionär. Eine Revolution braucht der Vatikan auch heute.

  • 14.03.2013, 18:42 UhrPit

    @redaktion:
    Was bitte ist unsachlich an meinem Beitrag? Ich selbst wurde von einem Prieter sexuell belästigt. Es ist wohl nur billig, wenn das führende Personal der Kath. Kirche
    vom Bischof bis zum Papst sich offenbart. Die sexuellen Perversionen vieler Priester sollten eine entsprechende freiwillige Reaktion verursacht haben - aber bisher wird in allen Ländern in denen dieses Thema publiziert wurde von der Kirche gemauert. Sollte die Kirche auch weiterhin nur widerstrebend agieren so sollten Sie im Handelsblatt und andere Medien meine Forderungen großformatig drucken. Oder haben sie schon eine Zensurscheere im Kopf? Dass Sie Angst haben ist verwunderlich. Wie wäre es mit einer Veröffentlichung uns zur Diskussionsstellung dieses Themas? Soooooviele ErzKatholiken gibt es nicht mehr in Deutschland. Sie müßten eine größere Kündigungswelle von Abos nicht befürchten.

  • 14.03.2013, 16:02 Uhrnachdenken

    Was ist mutig, einen 76-jährigen zum Papst zu wählen? Er ist zwar in Argentinien aufgewachsen, aber kulturell ein Italiener. Er wird sich problemlos in einen Kirchenstaat, der von der italienischen Kultur geprägt ist, einzurichten wissen. Mit seinen kirchlich erzkonservativen Ansichten wird er im Vatikan hoch willkommen sein. Wenn er das eine oder andere Mal ein Armenviertel besuchte, war dies nichts weiter als seine Aufgabe als Kardinal eines Schwellenlandes. Daraus eine kleine Revolution im Vatikan herbeizuschreiben, zeugt von wenig Realismus. Vielmehr könnte der Schuss dieser Wahl nach hinten losgehen: wenn sich herausstellen sollte, dass das neue Oberhaupt der katholischen Kirche ein zu enges Verhältnis mit den Verbrechern der Militätjunta in Argentinien hatte.

  • 14.03.2013, 15:47 UhrKatholik

    Der Papst hat nicht die Aufgabe, die Kirche näher an "die Menschen" (schon gar nicht die linksliberale Machtelite in unseren Staaten und deren staatsgläubige Gefolgschaft) heranzuführen, sondern den Menschen die frohe Botschaft zu verkünden, und zwar unverfälscht.
    Für die meisten Menschen sind die Kirche und ihre Botschaft ein Aergernis. Warum? Weil diese Botschaft das eigene persönliche Gewissen herausfordert und bildet. Und genau das will unsere Machtelite nicht, könnte es doch ihre Macht gefährden.
    Die Machtelite will weiter eine manipulierbare Masse, die weiter fleissig konsumiert und Steuern zahlt.

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