Kommentar zum Notenbankertreffen Draghi ist cleverer als Weidmann

Beim großen Notenbankertreffen hat sich Fed-Chef Ben Bernanke um eine konkrete Stellungnahme gedrückt – und damit die Aufmerksamkeit auf Bundesbankchef Jens Weidmann gelenkt. EZB-Chef Mario Draghi hat es da besser.
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Ben Bernanke kann es sich leisten, zu zögern. Quelle: Reuters

Ben Bernanke kann es sich leisten, zu zögern.

(Foto: Reuters)

New YorkBen Bernanke hält den Ball flach. Seine Rede vom Freitag auf dem großen Notenbankerteffen von Jackson Hole bot kaum neue Hinweise darauf, ob die Fed nun neuerlich – etwa mit Anleihekäufen – der US-Konjunktur unter die Arme greifen wird.

Im Grund wiederholte der mächtigste Notenbanker nur, was er schon oft gesagt hat: Die Fed steht Gewehr bei Fuß und wird eingreifen, wenn es nötig ist. Bernanke kann es sich leisten zu zögern, schließlich stehen derzeit alle Zeichen auf ein sich etwas beschleunigendes Wachstum in den USA. Das macht Notfallmaßnahmen der Fed weniger dringlich.

Der zweitmächtigste Notenbanker der Welt, EZB-Chef Mario Draghi, mag geahnt haben, dass sich Bernanke um eine konkrete Stellungnahme drückt. Er ist gar nicht erst nach Jackson Hole gereist. Denn nun richten sich alle Augen auf ihn und die Entscheidung der EZB nächste Woche in Sachen Anleihekäufe. Wäre Draghi in die Rocky Mountains gereist, wäre er tagelang gelöchert worden, was er nächste Woche zu tun gedenkt. Aber er hätte nichts sagen können. So kann er in Ruhe zu Hause sitzen und die Beratungen vorbereiten.

Dafür steht jetzt Bundesbankchef Jens Weidmann in Jackson Hole im Fokus der Medien und muss Auskunft über die EZB-Politik und über seine angeblichen Rücktrittdrohungen machen – und kann im Grunde auch nichts sagen. Unangenehm! Diese Runde im öffentlichen Fingerhakeln der beiden europäischen Währungshüter geht an den Italiener.

Draghi ist cleverer als Weidmann. Zumindest dieses Mal.

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25 Kommentare zu "Kommentar zum Notenbankertreffen: Draghi ist cleverer als Weidmann"

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  • Man kann es auch anderes sehen, liebe Schreiberlinge. Draghi ist ein Feigling, denn wenn die Verschuldung so wietergeht, saufen wir schneller ab uns lieb ist. Dann, ja dann sollten wir die Schuldigen und deren Fürsprechen wie viele Journalisten vor die Wahl stellen; Knast oder Abschiebung.
    Ovid

  • ...fürchte ich um den Verstand des Autors. Kann man ruhig sagen, sage ich aber nicht, sondern stattdessen, fürchte ich um die "Tagesform des Autors" das ist "netter"

  • Draghi kommt aus einem Land in dem die Mafia zu Hause ist. Von denen kann und hat der vieles gelernt. Hinzu kommt noch die in seinen Genen vorhandene levantinische Schläue.

    Dass Dr. Weidmann nicht die Stellung einnehmen kann welche ihm als Vertreter der Bundesbank zusteht - Deutschland hält immerhin 27,5% des Kapitals der EZB - das haben die Gründer dieser Veranstaltung zu vertreten.

  • Der anglophile Asmussen war schon immer gefährlich.Der hat schon die Schröder Regierung auf britisch amerikanische Linie gebracht und in den Strudel dieser riskanten Politik gezogen.Gelernt seitens der Politik aus dem Finanzdebakel haben sie nicht.Am Ende zahlte der kleine Mann die Zeche für ein Versagen von Managern.Wenn eine Bank pleite ist soll sie auch in den Konkurs gehen wie jedes andere Unternehmen auch.Dieser Selbstheilungprozess ist Teil der Evolution. Der Euro wird überleben mit oder ohne Griechenland.Dann ist das eh Schnee von gestern....

  • @Dr.Norbert Leineweber
    Die Währungsreform kommt, wahrscheinlicherweise zusammen mit einer Währungsreform des US-Dollars und möglicherweise des Yen.
    Aufschluss gab ein Vortrag des EX-BP Köhler, den dieser im Januar vergangenen Jahres an seiner Heimatuniversität Tübingen gehalten hat, den Sie im Netz leicht finden.
    Angedacht ist eine neue, teilweise goldgedeckte Währung, die die drei genannten Währungen ersetzen soll.
    Herr Köhler war Mitglied eines Gremiums, das die entsprechende Vorarbeit geleistet hat. Inzwischen ist Herr Köhler nach seiner Auszeit wieder reaktiviert, an der Arbeit und hat sein Dasein als Privatier beendet.

  • Herr Weidmann ist so stark, wie er ist. Er steht für mehr als ein viertel genau 27,5% der Realien der EZB hat aber nur eine Stimme, da ein Herr Assmussen inzwischen in das andere Lager gewechselt ist. Genau so stark wie diese eine Stimme, ist der Einfluss der deutschen Bundesbank um die Stabilitätsinteressen Deutschlands zu vertreten.
    Da die Kanzlerin inzwischen sich dem Druck der neuen Koalition Hollande, Monti, Draghi ebenfalls gebeugt hat und Herr Schäuble als absoluter Eurokrat und Protektor des Herr Asmussen ebenfalls auf der anderen Seite steht, ist Herr Weidmann tatsächlich muttersselenallein, allerdings hat er den Rückhalt seiner Mitarbeiter in der Bundesbank und den Rückhalt der deutschen Bevölkerung.
    Nun zur Spekulation. Inwiefern Herr Weidmann nur ein Placebo für die immer mehr aufgebrachte Öffentlichkeit ist, kann nur vermutet werden.

  • Wie stark darf H.Weidmann sein ?
    Oder ist ER nur eine hübsche smarte Marionette ?
    Placebo ?

    Wer kennt alle Bedingungen und Einflussgrößen ?
    Ist eine davon die Presse ?

    Viele Fragen. Wer kann Sie alle beantworten ?

  • clever,clever, man schreibt was man denkt, ohne zu schreiben was man denkt. Sind Sie Journalist DonCapisco?

  • Welch überflüssiger und sinnfreier Kommentar...

  • Historisch korrekt heißt das: " Mit Verlaub Sie sind ein... Herr Präsident" Da Herr Benders aber kein Präsident ist, auch kein Bundestagspräsident, gebührt ihm auch nicht die "Ehre" mit einem solchen auf eine Ebene gestellt zu werden. Oder sind Sie Herr Fischer, verehrter rumor? Das sollte mich doch wundern.LOL

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