Kommentar zum Stimmungstief
Die SPD kann nicht anders

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Kurt Beck beißt die Zähne zusammen. „Realistische Chancen“ habe seine Partei bei den kommenden Landtagswahlen, ruft er den Bundestagsabgeordneten bei ihrer Fraktionsklausur wacker zu. Auch an seinem „kooperativen“ Führungsstil werde er festhalten.

Der Mann hat Nerven. Bescheinigen die jüngsten Umfragen der SPD nicht mickrige 27 Prozent der Wählerstimmen? Den Parteichef als Kanzler möchten gerade einmal 19 Prozent der Bevölkerung haben.

Doch so paradox es klingt: Je trauriger die Lage ist, desto fester sitzt Beck im Sattel. Kaum ein Genosse zweifelt daran, dass der Pfälzer auf dem SPD-Parteitag ein stolzes Ergebnis von über 90 Prozent einfährt. Der Grund ist einfach: Die SPD hat keine Alternative. Finanzminister Steinbrück und Außenminister Frank-Walter Steinmeier mögen in der Bevölkerung populär sein - die auseinanderdriftenden rechten und linken Parteiflügel könnten sie niemals zusammenhalten.

Das aber ist das eigentliche Dilemma der SPD: Zerrissen zwischen Sozialstaatsromantikern und forschen Modernisierern ohne Bodenhaftung weiß sie selbst nicht mehr genau, wofür sie steht. Beck gibt dieser Ratlosigkeit ein Gesicht.

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