Kommentar zum Zukunftsplan Opel wird entkernt

Seite 2 von 2:
Eine Alternative gibt es nicht

Trotz aller Kritik, die PSA von traditionsbewussten Opel-Fans entgegenschlagen wird, ist der Umstieg auf französische Technologie alternativlos. Für Eigenentwicklungen sind die Stückzahlen, die Opel mittlerweile verkauft, einfach zu klein, insbesondere, wenn man im harten Volumenmarkt überleben will.

Dabei wird Opel auch getrieben von der schlichten Macht der Fakten. Denn alleine hätte man in Rüsselsheim die strengen CO2-Vorgaben aus Brüssel nicht erfüllen können. Aus Branchenkreisen hieß es immer wieder, dass die schlechte Klimabilanz ein Motiv für General Motors gewesen sei, sich endgültig von der defizitären Europamarke zu verabschieden. Die neue Mutter PSA ist dagegen bereits mit sparsamen Motoren in der komfortablen Lage, den Flottenschnitt von Opel schnell auf das gesetzlich vorgeschriebene Niveau zu senken.

Und die neue Mutter öffnet Opel auch die Türen zum Weltmarkt: Die globale Expansion, die PSA der Tochter Opel in Aussicht stellt, wird zwar kurzfristig sicher nicht für einen Absatzsprung sorgen. Doch dass man der Marke zutraut, trotz jahrzehntelanger Abstinenz auch auf dem Weltmarkt reüssieren zu können, ist ein Vertrauensvorschuss aus Paris. Offensichtlich will PSA mit der Übernahme von Opel nicht nur Marktanteile in Europa kaufen.

Wie wenig Opel noch in Opel ist
Opel Adam
1 von 11

Werk: Eisenach
Plattform: GM-SCCS (Small Common Components and Systems), 2005 von Opel und Fiat gemeinsam entwickelt
Schwestermodelle: Opel Corsa D/E, Alfa Romeo MiTo, Fiat Qubo, Fiat Grande Punto (in einer Abwandlung der Plattform auch der Jeep Renegade, Fiat 500X und Fiat 500L)

Opel Karl
2 von 11

Werk: Changwon (Südkorea)
Plattform: GM Gamma II
Schwestermodelle: Opel Mokka, Chevrolet Spark, Chevrolet Aveo, Chevrolet Trax

Opel Corsa E
3 von 11

Werk: Eisenach und Saragossa (Spanien)
Plattform: GM-SCCS (Small Common Components and Systems), 2005 von Opel und Fiat gemeinsam entwickelt
Schwestermodelle: Opel Corsa D, Opel Adam, Alfa Romeo MiTo, Fiat Qubo, Fiat Grande Punto (in einer Abwandlung der Plattform auch der Jeep Renegade, Fiat 500X und Fiat 500L)

Opel Mokka
4 von 11

Werk: Bupyeong-gu (Südkorea) und Saragossa (Spanien)
Plattform: GM Gamma II
Schwestermodelle: Opel Karl, Chevrolet Spark, Chevrolet Aveo, Chevrolet Trax

Opel Ampera-e
5 von 11

Werk: Orion (USA)
Plattform: GM BEV II
Schwestermodelle: Chevrolet Bolt

Opel Astra K
6 von 11

Werk: Ellesmere Port (England) und Gliwice (Polen)
Plattform: GM D2XX, eine Weiterentwicklung der Delta-Plattform
Schwestermodelle: Chevrolet Cruze, Chevrolet Volt, Buick Envision, Buick Verano (für den chinesischen Markt), GMC Terrain, Chevrolet Equinox

Opel Cascada
7 von 11

Werk: Gliwice (Polen)
Plattform: GM Delta II, Vorgänger der D2XX-Plattform
Schwestermodelle: Opel Astra J, Opel Zafira Tourer, Opel Ampera, Chevrolet Volt, Chevrolet Orlando, Cadillac ELR

Andere Konzerne haben längst vorgemacht, dass eine markenübergreifende Plattformstrategie der richtige Weg ist, um rentabel zu arbeiten. Volkswagen macht es bei Skoda, Seat und der VW-Kernmarke vor. Auch Renault hat es gemeinsam mit Partner Nissan geschafft, die Einkaufsmacht zu erhöhen und die Komplexität der Produktion zu reduzieren. Und nicht zuletzt ist auch PSA ein gutes Vorbild für den Weg, den Opel nun beschreitet.

Darum geben sich auch die Gewerkschafter friedlich, obwohl auch sie insgeheim wissen dürften, dass die nächsten Jahre nicht ohne Stellenabbau vonstattengehen werden. Doch die Alternative, das wissen die eingefleischten Opelaner, wäre wohl das Ende von Opel gewesen.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Kommentar zum Zukunftsplan - Opel wird entkernt

1 Kommentar zu "Kommentar zum Zukunftsplan: Opel wird entkernt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ...es folgen Deutsche Bank, Siemens....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%