Kommentar zum Zukunftsplan
Opel wird entkernt

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Eine Alternative gibt es nicht

Trotz aller Kritik, die PSA von traditionsbewussten Opel-Fans entgegenschlagen wird, ist der Umstieg auf französische Technologie alternativlos. Für Eigenentwicklungen sind die Stückzahlen, die Opel mittlerweile verkauft, einfach zu klein, insbesondere, wenn man im harten Volumenmarkt überleben will.

Dabei wird Opel auch getrieben von der schlichten Macht der Fakten. Denn alleine hätte man in Rüsselsheim die strengen CO2-Vorgaben aus Brüssel nicht erfüllen können. Aus Branchenkreisen hieß es immer wieder, dass die schlechte Klimabilanz ein Motiv für General Motors gewesen sei, sich endgültig von der defizitären Europamarke zu verabschieden. Die neue Mutter PSA ist dagegen bereits mit sparsamen Motoren in der komfortablen Lage, den Flottenschnitt von Opel schnell auf das gesetzlich vorgeschriebene Niveau zu senken.

Und die neue Mutter öffnet Opel auch die Türen zum Weltmarkt: Die globale Expansion, die PSA der Tochter Opel in Aussicht stellt, wird zwar kurzfristig sicher nicht für einen Absatzsprung sorgen. Doch dass man der Marke zutraut, trotz jahrzehntelanger Abstinenz auch auf dem Weltmarkt reüssieren zu können, ist ein Vertrauensvorschuss aus Paris. Offensichtlich will PSA mit der Übernahme von Opel nicht nur Marktanteile in Europa kaufen.

Andere Konzerne haben längst vorgemacht, dass eine markenübergreifende Plattformstrategie der richtige Weg ist, um rentabel zu arbeiten. Volkswagen macht es bei Skoda, Seat und der VW-Kernmarke vor. Auch Renault hat es gemeinsam mit Partner Nissan geschafft, die Einkaufsmacht zu erhöhen und die Komplexität der Produktion zu reduzieren. Und nicht zuletzt ist auch PSA ein gutes Vorbild für den Weg, den Opel nun beschreitet.

Darum geben sich auch die Gewerkschafter friedlich, obwohl auch sie insgeheim wissen dürften, dass die nächsten Jahre nicht ohne Stellenabbau vonstattengehen werden. Doch die Alternative, das wissen die eingefleischten Opelaner, wäre wohl das Ende von Opel gewesen.

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