Kommentar zur Commerzbank
Nicht locker lassen, Martin Blessing!

Nach soliden Zahlen für das zweite Quartal sollte die Commerzbank-Führung nicht in Jubelstürme ausbrechen. Erfolg in Deutschland allein reicht nicht – im Ausland drohen die Gefahren.
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Den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht, den Nettogewinn verzweieinhalbfacht: Die Commerzbank hat ein gutes zweites Quartal 2014 hingelegt. Noch viel wichtiger für Vorstandschef Martin Blessing ist, dass auch die Rückstellungen für „faule Kredite“ deutlich gesunken sind.

Nach sechs Monaten sind es knapp eine halbe Milliarde Euro, die die Commerzbank für Risiken im Geschäft mit Schiffs-, Immobilien- und Staatsfinanzierungen zurückgelegt hat. Die Bad Bank von Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus macht Fortschritte und kommt beim Abbau der Kreditpapiere schneller voran, als sie es sich ursprünglich vorgenommen hatte. Dazu kommt, dass immer mehr Privatkunden zur Commerzbank wechseln – und mit ihnen offenbar auch ein wenig Gewinn zu machen ist.

Doch die guten Zahlen und der solide Ausblick sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Commerzbank in den kommenden Monaten noch große Gefahren drohen. Innerhalb der EU läuft gerade der Gesundheitscheck für Banken durch die EZB. Blessing fühlt sich hier zwar „gut gerüstet“, die Eigenkapitalquote nach Basel-III ist gestiegen.

Aber die Commerzbank sollte gewarnt sein, denn der nächste große Kostenblock wartet schon um die Ecke. Die US-Aufseher machen ernster denn je und scheuen keine neue Rekordstrafe, was nicht zuletzt die mögliche Zwölf-Milliarden-Euro-Strafe für die Bank of America zeigt, über die US-Medien am Donnerstag berichten. Dabei geht es um Immobilienpapiere. Auch die Commerzbank steht offenbar im Visier der US-Behörden - wegen Verstößen gegen US-Handelssanktionen.

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