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Konflikt kaum zu gewinnen

Im Irak befinden sich die USA inzwischen beinahe schon in einer no-win-Situation. Denn egal was sie tun - es provoziert unerwünschte Konsequenzen.

Im Irak befinden sich die USA inzwischen beinahe schon in einer no-win-Situation. Denn egal was sie tun - es provoziert unerwünschte Konsequenzen. Als sie am Wochenende die Bildung eines irakischen Verteidigungsministeriums und eines Geheimdienstes ankündigten - eigentlich unstrittige Institutionen einer souveränen irakischen Regierung - löste dies blutigste Proteste aus. Proteste, weil die Kritiker vermuten, dass sich hier die USA willfährige Instrumente verschaffen, die gegen Teile des Volkes zum Einsatz kommen könnten.

Je näher die Übergabe der Souveränität rückt, desto stärker rangeln die Gruppen um ihre Position in einem künftigen Irak. Doch wer mag tatsächlich die politische Verantwortung für einen Staat übernehmen, der von Gewalt beherrscht wird? Und können es die USA überhaupt verantworten, sich so aus der Affäre zu ziehen? Tatsächlich dürfte die Diskussion in Amerika bald in eine andere Richtung gehen: Nämlich deutlich mehr Truppen als bisher in den Irak zu entsenden, um einen geordneten Staatsaufbau überhaupt zu ermöglichen.

Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent
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