Konjunktur
Auch Europa muss handeln

Mit einer Mischung aus Angst und klammheimlicher Freude beobachten viele Europäer die wirtschaftliche Talfahrt in Amerika. Für Schadenfreude besteht jedoch kein Anlass. Entgegen der Hoffnung, dass sich Europa und Asien vom wirtschaftlichen Schicksal Amerikas abkoppeln könnten, wird eine US-Rezession im Rest der Welt tiefe Spuren hinterlassen. Eine Analyse.
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Mit einer Mischung aus Angst und klammheimlicher Freude beobachten viele Europäer die wirtschaftliche Talfahrt in Amerika. Haben wir nicht schon immer gewusst, dass ein Leben auf Pump nicht gutgehen kann? Die Amerikaner bekommen jetzt die Quittung für ihre wirtschaftlichen Sünden, sagen deutsche Banker hinter vorgehaltener Hand.

Für Schadenfreude besteht jedoch kein Anlass. Entgegen der Hoffnung, dass sich Europa und Asien vom wirtschaftlichen Schicksal Amerikas abkoppeln könnten, wird eine US-Rezession im Rest der Welt tiefe Spuren hinterlassen.

Der Börseneinbruch von Schanghai bis Frankfurt ist eine erste Erinnerung daran, dass wir uns noch nicht freigeschwommen haben. Die Aktienmärkte der Schwellenländer sind schlechter ins neue Jahr gestartet als die Börsen in den USA. Der Dax in Frankfurt hat sogar doppelt so viel verloren wie der Dow Jones in New York. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit, die Asien und Europa durch die Globalisierung gewonnen haben, wird durch die starke Verflechtung der internationalen Finanzmärkte wieder zurückgedrängt.

Zwar hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) ganz bewusst vom Zinssenkungskurs der amerikanischen Notenbanker abgesetzt. Noch müssen die europäischen Banken aber beweisen, dass sie die weltweite Subprime-Krise besser durchstehen als ihre US-Kollegen. Leiden die europäischen Institute weiter und werden sie knauseriger bei der Kreditvergabe, kann die EZB nicht länger abseits stehen.

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