Konjunktur
Der Blick nach Amerika

Deutschlands Wirtschaft wächst wieder, sogar stark. Das sind gute Nachrichten. Doch diese dürfen nicht darüber hinwegtäuschen: Die Bundesregierung hat noch alle Hände voll zu tun, soll das Land wieder als Europas Wachstumslokomotive voll unter Dampf stehen. Bislang wurden allenfalls die Bremsen gelockert.

Insofern findet die OECD beim Blick auf die deutsche Wirtschaft denn auch lobende, aber eben auch mahnende Worte. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist ein kritischer Punkt, das marode Bildungssystem ein weiterer. Hinzu kommt das völlig unausgegorene System der Kinderbetreuung, das es Frauen nur erlaubt, ganztägig zu arbeiten, wenn sie organisatorische Wunder vollbringen. Bislang entzieht dieses System der Volkswirtschaft jedenfalls wichtige Ressourcen. Vor allem aber eines kritisiert die OECD: Deutschland versuche nach wie vor, dem internationalen Wettbewerb auszuweichen. Hinter dieser Rüge steckt ein wichtiger Gedanke: Nur wenn der Konkurrenzkampf zunimmt, lässt sich die Produktivität der deutschen Unternehmen steigern. Ideen, um den mangelnden Wettbewerb zu fördern, gibt es durchaus: Die hohen Barrieren, die den Eintritt in den deutschen Markt in vielen Bereichen blockieren, müssen fallen. Unternehmensgründungen müssen erleichtert, überkommene berufsständische Regeln mit Kammerzwang überarbeitet und überbordende Bürokratie entschlackt werden.

Die Bundesregierung wäre gut beraten, nähme sie auch solche Töne wahr – und nicht nur die positiven Konjunkturnachrichten. Dann könnte aus einem erfreulichen Aufschwung mehr werden: ein langfristig höheres Produktivitätswachstum. Wie das geht, machen uns beispielsweise die USA schon seit Jahren vor.

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