Konjunktur
Gut gerüstet

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Auf den ersten Blick ist das schwer zu verstehen: Der starke Euro schmälert die Margen im Exportgeschäft und die Erträge, der Ölpreis lässt die Kosten steigen, die Finanzmarktkrise und die Entwicklung der US-Wirtschaft bescheren ungewisse bis schlechte Aussichten. Doch ausgerechnet in dieser Phase steigt der wichtigste deutsche Indikator für die Stimmung in der Wirtschaft, der Ifo-Index, wieder. Und auch eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft belegt die positiven Signale.

Verwirren müssen die Ergebnisse dennoch nicht. Richtig eingeordnet, liefern sie eine klare Aussage: Der Aufschwung wird abflachen, aber nicht schlagartig, sondern nur langsam. Wie lässt sich das verstehen? Der Anstieg – der erste nach sechs Rückgängen in den Monaten zuvor – ist kein Wendepunkt. So wie die Rückschläge kein Grund zur Panik waren, darf der Anstieg nicht als Grund für Euphorie verstanden werden oder gar dazu verleiten, die Konjunkturrisiken zu ignorieren.

Die sind nicht wegzudiskutieren. Das wissen auch die deutschen Unternehmer, wie der Blick auf ihre Geschäftserwartungen für die kommenden Monate zeigt, eine der Komponenten des Ifo-Indexes. Sie liegen zwar weiterhin auf einem hohen Niveau, sind aber schlechter als im Oktober.

Die Umfrageergebnisse zeigen aber auch, dass die deutsche Wirtschaft diesen Risiken gut gewappnet gegenübersteht. So schätzen die Unternehmen ihre Geschäftslage besser ein als noch im Vormonat. Das dürfte unter anderem an den im historischen Vergleich sehr hohen Unternehmensgewinnen liegen. Die dürften selbst bei einer weniger dynamischen Nachfrage dafür sorgen, dass die Ausgaben für Investitionen und Personalbestände zumindest konstant bleiben.

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